Stadtrat bleibt lieber unter sich

TRABEN-TRARBACH. Der Stadtrat Traben-Trarbach tagt am kommenden Montag, 13. Februar, 18 Uhr, im Stadthaus "Alter Bahnhof". In der öffentlichen Sitzung geht es unter anderem um die Sauberkeit in der Stadt. Das Thema "Erinnerung an die ehemaligen jüdischen Mitbürger" wird im nichtöffentlichen Teil behandelt.

Zunächst sollte über das Thema "Erinnerung an die ehemaligen jüdischen Mitbürger" im öffentlichen Teil der Stadtratssitzung diskutiert werden. So sah es die Tagesordnung vor, die aber in dieser Woche kurzfristig geändert wurde. Stadtbürgermeisterin Heide Pönnighaus erklärte dazu gegenüber dem TV: "Wie wollen nicht, dass das Thema in den Wahlkampf gezogen wird. Das Thema ist zu sensibel, es sollte nicht zerredet werden." Pönnighaus kündigte an, dass es nach der nichtöffentlichen Sitzung eine Presseerklärung geben werde: "Wir werden einen Entschluss fassen, wie und in welcher Form wir an die ehemaligen jüdischen Mitbürger erinnern wollen." Die Stadtbürgermeisterin hat auch bereits mit Martin Schmitz gesprochen. Der heute 84-jährige Jude lebte mit seiner Familie bis 1937 in Traben-Trarbach, musste dann nach Köln flüchten und wurde 1941 nach Auschwitz deportiert, wo seine Eltern ermordet wurden. Der TV hatte über das Schicksal von Martin Schmitz am 27. Januar berichtet. Stadtbürgermeisterin Pönnighaus sagte, dass man Martin Schmitz nach Traben-Trarbach einladen werde. Die Aktion "Stolpersteine", angeregt von Georg Bauer aus Traben-Trarbach (der TV berichtete), sieht die Stadtbürgermeisterin mit Skepsis. Auch Martin Schmitz ist von dieser Idee nicht so begeistert. Pönnighaus: "Wir werden die Erinnerung an die ehemaligen jüdischen Mitbürger wach halten und ein würdiges Gedenken schaffen." Ebenfalls im nichtöffentlichen Teil der Stadtratssitzung wird über die Konzeption für das Büro Tourismus und Wellness gesprochen. Dies ist dringend notwendig, da der langjährige Leiter der Tourist-Information, Klaus Bürkle, zum 31. März in den Ruhestand geht (der TV berichtete). Bürkle wird noch bis Mitte März im Dienst sein. Seine Stelle wird in Kürze ausgeschrieben. Bis ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gefunden ist, wird Frauke Näher, Mitarbeiterin der Tourist-Information, die Leitung kommissarisch übernehmen.

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