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Stadtrat Traben-Trarbach verschiebt Entscheidung über den Ausbau der Bergstraße

Stadtrat Traben-Trarbach verschiebt Entscheidung über den Ausbau der Bergstraße

Mit dem "Königsberg" bekommt Traben-Trarbach ein großes Baugebiet. Das hat auch Auswirkungen auf die darunter verlaufende Bergstraße. Eine Entscheidung über den Ausbau der Straße hat der Stadtrat vertagt. Vorher kommen noch die Bürger zu Wort.

Marcus Heintel, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach, hat die Angewohnheit bei Sitzungen alle Leute im Saal per Handschlag zu begrüßen. Vor der Stadtratsitzung hat er deshalb viel zu tun. Neben den Ratsmitgliedern drängen sich noch mehr als 50 Bürger im Saal des alten Trabener Rathauses.
Wenn so viele Zuhörer da sind, geht es meistens ums liebe Geld. Die Anwohner der mehr als 700 Meter langen Bergstraße im Stadtteil Traben werden über die Pläne für den Ausbau informiert. Sie sind nach jetzigem Stand an den Kosten beteiligt. In welcher Höhe steht noch nicht fest. Da aber gerade das von Interesse ist, werde es zeitnah eine Bürgerversammlung geben, verspricht Stadtbürgermeister Patrice Langer. Jürgen Jakobs (Architektur-und Ingenieurbüro Jakobs + Fuchs) sagt zu, dann auch über Kosten zu reden. Zur Zeit gebe es keine verlässlichen Zahlen.Eine nasse Ecke


Die Pläne für die Bergstraße stehen in direktem Zusammenhang mit dem oberhalb der Straße geplanten Baugebiet "Königsberg". In dem Hang kann voraussichtlich im Sommer mit dem ersten Bauabschnitt (50 Häuser) begonnen werden. Insgesamt stehen 100 Grundstücke zur Verfügung (der TV berichtete).
Nach Auskunft von Bauamtsleiter Jürgen Fritz und Werkleiter Hajo Neumes muss in diesem Bereich auch "einiges im Untergrund getan werden". Das Baugebiet und weitere oberhalb gelegene Flächen von 25 Hektar seien eine "nasse Ecke".
Das Regenwasser fließe ziemlich unkontrolliert in Richtung Traben. "Die zuständige Behörde duldet das nicht länger", so Neumes gegenüber dem TV.
In dem Baugebiet sollen deshalb Schmutzwasser und Regenwasser getrennt abgeleitet werden. (Trennsystem statt Mischsystem). Neumes: "Und die Leitung wird durch die Bergstraße führen." Deshalb soll dort ein neuer Kanal verlegt werden.
Für die Arbeiten wird auch ein Teil des Straßenraumes gebraucht. Die Straße sei kaputt, sagt Neumes. Deshalb sei es sinnvoll auch sie gleich zu erneuern, statt sie nach der Kanalverlegung nur notdürftig zu flicken.Diskussion über Verkehrsführung


Kanal- und Flickarbeiten gingen zu Lasten der Verbandsgemeindewerke. Werden Fahrbahn und Gehweg generalsaniert, zahlen die Anlieger mit. Die Zuschüsse seien aber höher, sagen Architekt und Werkleiter. Billiger komme man nicht an eine neue Straße. Bisher gibt es nur einen voraussichtlichen Betrag für die Gesamtkosten. Nach Auskunft von Jürgen Fritz könnten es etwa 760 000 Euro sein. Dazu kämen noch 20 000 bis 25 000 Euro für neue Beleuchtung.
Die Bürger haben zum Teil andere Meinungen. "Die Straße ist noch gut", glaubt Rolf Lahm, "viele andere sind in schlechterem Zustand." Andere Anwohner haben Angst, dass die Bergstraße die Zufahrt zum Baugebiet wird und schnell kaputtgefahren ist. Hier sei der Stadtrat in der Pflicht, sagt Architekt Jakobs.
"Wir werden uns Gedanken über die Verkehrsführung in diesem Bereich machen", erklärt der erste Beigeordnete Hajo Weinmann. Natürlich könne es nicht sein, dass eine sanierte Bergstraße von Baustellenfahrzeugen malträtiert wird. Die Arbeiten in der Bergstraße sollten, so Werkleiter Neumes gegenüber dem TV, ursprünglich im Herbst dieses Jahres beginnen und Ende 2016 enden. Das sei aber wegen der Verzögerung sehr infrage gestellt.