Stadtrat will zwei Hallen

Der Stadtrat hat einstimmig dafür gestimmt, dass die Drei-Feld-Halle auch außersportlich genutzt werden kann. Die Umsetzung einer Stadthalle soll von diesem Projekt nicht berührt werden.

Wittlich. Selten wird im Stadtrat um eine Unterbrechung der Debatte zwecks kurzer Beratung in den Fraktionen gebeten. Beim Thema Großsporthalle war es so. Die CDU bat um eine Pause. Denn alle Fraktionen sind für den Neubau als Kooperationsprojekt, strittig ist nur, wie genau er genutzt und damit auch finanziert werden soll. Denn es steht laut Bürgermeister Ralf Bußmer die Aussage von Innenminister Karl Peter Bruch im Raum, die Förderung einer Mehrzweckhalle verbrauche die Bezuschussung einer Stadthalle. Andererseits wurde bei dem Arbeitsgespräch Ende November zwischen Stadt, Kreis, Land die Option einer "Mehrzwecknutzung der Halle" angedacht. In dem dem Rat vorgestellten ersten groben Plan soll denn auch die Halle um einen zweiten Eingangsbereich, Besuchertoiletten und Garderobe ergänzt werden. Dem stimmte der Rat nach heftiger Debatte zu, nachdem man sich als Ergebnis der Beratungspause der CDU geeinigt hatte, einen weiteren Satz im Beschlussvorschlag zu streichen. Er hieß: "Eine Bezuschussung der Großsporthalle durch das Land darf nicht zu einem Verbrauch der zugesagten Förderung der Stadthalle führen." Das hatte eingangs Joachim Gerke (SPD) gefordert, der im Hinblick auf den später dann gestrichenen Satz sagte: "Wenn wir das beschließen, ist das das Aus für die Großsporthalle." Im Rat ging es denn zeitweilig mehr um die Stadt- als die Großsporthalle. Das Land habe im Jahr 2001 eine 40-prozentige Förderzusage für die Stadthalle gegeben und bereits 1,8 Millionen Euro zugesagt, hieß es. Die CDU, über deren neuen Stadthallen-Antrag heute entschieden wird, wollte am Dienstag diese nicht gefährden. So betonte Winfried Schabio er habe als Ratsmitglied nur an einer Sporthalle nicht an einer Mehrzweckhalle mitgearbeitet und wolle auch die Stadthalle nicht "begraben". Michael Wagner (Grüne) betonte ihm sei "der Spatz in der Hand", also die Großsporthalle, lieber als die "Taube auf dem Dach". Heinz Zender (SPD) erinnerte daran, dass die übrigen Fördertöpfe auf Jahre reserviert seien. Er sei dafür, die Stadthallen-Mittel zu nutzen, "damit wir endlich mal was haben, wohin wir die Leute schicken können." Meinung Ziemlicher Eiertanz Der Kreis braucht eine Schulturnhalle und will sie bauen. Die Stadt will sich dranhängen. Sie braucht für Vereinssport aber drei Mal so viel Platz wie der Kreis und eine Tribüne. Für den Kreis sind zuerst Schulsport und eine schnelle Umsetzung wichtig. Alleine kann die Stadt ihre Großsporthalle nicht bauen und bezahlen. Die regulären Fördertöpfe des Landes sollen dicht sein. Aber irgendwo liegt noch Stadthallen-Geld auf Eis. Noch weiß keiner genau, wofür das gut sein soll. Doch die große neue Halle könnte auch Platz für andere Veranstaltungen bieten und dahin gehen offensichtlich jetzt die Pläne. Doch für eine Mehrzwecknutzung wollen manche Stadträte nicht an die Stadthallen-Reserve gehen. Noch ist keine Halle gebaut. Dafür gab es einen Eiertanz nebst Gegockel. Nur Federn lassen will keiner. s.suennen@volksfreund