Stadtratsbeschluss sorgt für Unmut

Stadtratsbeschluss sorgt für Unmut

WITTLICH-NEUERBURG. Die jährliche Einladung der Vereine in den Ortsbeirat stand diesmal unter einem besonderen Vorzeichen: Der Bau des Vereinshauses war überraschend im Stadtrat abgelehnt worden.

Kein Grund für den Ortsvorsitzenden Reinhold Westhöfer, jetzt die Hände in den Schoß zu legen: Seit Jahren haben sich Beirat, Ausschüsse, Fachbereiche der Verwaltung, ja selbst der Stadtrat mit dem Vereinshaus beschäftigt, dem Bedarf längst mehrheitlich zugestimmt. Dass der Rat nun aus Kostengründen abgelehnt habe, sei mehr als überraschend. Schützenhilfe von Albert Klein

Die geladenen Fraktionsvorsitzenden von Grünen - Michael Wagner hatte seinen Besuch zugesichert -, von SPD - Joachim Gehrke hatte sich entschuldigen lassen - und FWG - von ihnen hatte Westhöfer gar nichts gehört - waren der Sitzung ferngeblieben. Von ihnen hatte sich Westhöfer ein Erhellen der Situation erhofft, da die Ablehnung im Stadtrat nicht quer durch die Fraktionen, sondern augenscheinlich nach parteiinternen Absprachen zustande gekommen war. Von Albert Klein, erster Stadtbeigeordneten und Parteigenosse des Neuerburger Ortsvorstehers, bekam er Schützenhilfe. Es stehe ihm zwar nicht an, so Klein, demokratisch gefasste Beschlüsse des Stadtrates zu kritisieren, doch immerhin sei ja die ursprüngliche Zustimmung zum Bedarf unter den gleichen Regeln zustande gekommen. Die Bereitschaft der Vereine zur Übernahme der Trägerschaft sowie die Zusicherung, sich entscheidend mit Eigenarbeit einzubringen, habe schriftlich vorgelegen. Da könne sich vielleicht mancher, die Frage stellen, ob bei gleicher Sachlage in anderen Stadtteilen ebenfalls ablehnend entschieden worden wäre. Auch Bürger brachten ihren Unmut zum Ausdruck. "Da tickt eine Zeitbombe", befürchtet Andreas Rach, und meint damit das bröckelnde Vereinsleben: Manch ein Kind werde in die hohe Eifel gefahren, weil in Neuerburg kaum noch Nachwuchsarbeit möglich sei. Die Kappensitzungen würden im kommenden Jahr mangels geeigneter Örtlichkeit bereits ausfallen. Die Stadt habe schließlich auch eine Verpflichtung, befand Eckhard Spindler. Brauchbare Gebäude seien unter städtischer Federführung abgerissen worden. "Alte Schule, neue Schule: Was wären das potenzielle Bürgerhäuser!" Einig waren sich Beirat und Bürger darin, endlich Einblick in die Kalkulation der Verwaltung zu bekommen. Peter van der Heyde sicherte zu, in der nächsten Bauausschuss-Sitzung den entsprechenden Antrag zu stellen.

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