STÄDTEBAU

Zur Berichterstattung über den geplanten Bau eines neuen Rathauses in Wittlich schreibt diese Leserin:

Wittlich will sich also - in Zeiten leerer Kassen - ein neues Rathaus für 12,6 Millionen Euro gönnen, obwohl die Option zum Kauf des Stadthauses für acht Millionen Euro besteht. Dabei wird nicht dahingehend argumentiert, dass das Stadthaus aufwendig und kostenintensiv saniert werden müsste. Nein, als einziges Argument hört man etwas von "angestrebter enger Kooperation mit der Verbandsgemeinde (VG) Wittlich-Land". Dabei wurde der Standort neben der VG erst von der Stadt akzeptiert, als der Entzug der Landesfördermittel angedroht wurde! Beim früher favorisierten Standort Karrstraße hatte es die Bedenken bezüglich der räumlichen Trennung nicht gegeben. Wir leisten uns Behördenstandorte, die Hunderte von Kilometern voneinander entfernt sind; Bonn und Berlin. Hier soll eine Zusammenarbeit aufgrund der Entfernung von höchstens 300 Metern Luftlinie nicht möglich sein? Leben wir im 17. oder 18. Jahrhundert oder im modernen Kommunikations- und Medienzeitalter? Wie starr und verkrustet das Denken der Stadtverwaltung und des Stadtrats ist, zeigt, dass sie nicht bereit sind, einmal gefasste Beschlüsse zu revidieren oder zumindest zu überdenken. Man schöpft aus dem Vollen, wo es nichts zu schöpfen gibt. Las ich nicht erst kürzlich, dass die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt rückläufig sind? Fraglich ist, ob die Verantwortlichen der Stadt und des Stadtrats in ihren privaten finanziellen Dingen ebenso großzügig sind wie in diesem Fall, wo es sich um Geld aus dem Stadtsäckel handelt, das es gar nicht gibt. Hier einige Vorschläge zur Verwendung der einzusparenden vier Millionen Euro: Hallenbadsanierung, Bestuhlung der neuen Mehrzweckhalle, Kinderspielplatzinstandsetzung und so weiter... Aber: Wittlich hat\'s ja. Monika Petri, Wittlich

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