Ständerfreie Zone

BERNKASTEL-KUES. Spätestens zu Beginn des kommenden Jahres soll die Ständerflut vor manchen Geschäften in der Stadt ein Ende haben. Bis dahin gilt eine Übergangsregelung.

"Das wird eine harte Nuss werden", hatte Stadtbürgermeister Wolfgang Port im August 2005 im Hinblick auf die Sondernutzungssatzung gesagt. Im Stadtrat war das Thema am Montagabend jedoch in wenigen Minuten durch. Es erging der Beschluss, dass ab dem 1. Februar die Fläche vor Geschäften nur noch zur Hälfte mit Ständern bestückt werden darf. Ab 2007 darf dann nur noch ein Drittel der Fläche für die Außendarstellung genutzt werden. Mit der zeitlichen Ausdehnung soll den Händlern nach Ports Worten eine "moderate Rücknahme ihrer Ständer erlaubt werden". "Der eine oder andere Einzelhändler wird das nicht nachvollziehen können", glaubt das Stadtoberhaupt. Er sieht in dem Beschluss aber einen "guten Kompromiss". In der Römerstraße ärgern sich die Touristen

Dass es Handlungsbedarf gibt, ist unstrittig. Öffentliche Reklamationen von Touristen beziehen sich in erster Linie auf die Römerstraße, wo vor einigen kleinen Bekleidungsgeschäften wahre Batterien von Kleiderständern stehen. Ihre Menge muss ab dem 1. Februar um die Hälfte reduziert werden. Ab 2007 darf dann nur noch ein Drittel der Fläche vor Geschäften mit Ständern bestückt sein. Der Abstand der Ständer zur Häuserfront darf höchstens einen Meter betragen. Vielleicht hat der Stadtbürgermeister mit der "harten Nuss" aber auch nur die Kontrollmechanismen gemeint. "Es gab auch bisher eine Verordnung. Nur haben sich manche nicht daran gehalten", sagte Wolfgang Pastor, Erster Beigeordneter und Vorsitzender des Werbekreises, gegenüber dem TV. Die Zahl der Kontrollen habe zu wünschen gelassen, kritisiert er. "Von mir aus kann einmal pro Monat kontrolliert werden", wünscht er sich Kontinuität. Zuständig für die Kontrollen ist das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde. "Das wird das überprüfen", sagt Stadtbürgermeister Port. Der Stadtrat hat sich am Montag noch mit zwei anderen großen Grundstücksflächen beschäftigt: dem ehemaligen RWE-Betriebsgelände in der Cusanusstraße und dem Weinberg (Teil der Biologischen Bundesanstalt), der sich von der Cusanusstraße bis zur Brüningstraße erstreckt. Für beide Flächen fehlt ein Bebauungsplan. Sie gelten somit als "unbeplanter Innenbereich". "Derzeit kann dort jeder alles bauen", teilte Stadtbürgermeister Port mit. Wenn beispielsweise auf dem RWE-Gelände ein Discounter einen großflächigen Laden betreibe, sei das "Verkehrschaos in der Cusanusstraße programmiert". Die Stadt wolle keineswegs ein Sortiment vorgeben, sagte er, wohl aber die erlaubte Verkaufsfläche. Port: "Wir wollen nichts verhindern, sondern nur Einfluss nehmen." Auf dem RWE-Gelände sollen ein Sondergebiet "Einzelhandel" sowie Mischbauflächen ausgewiesen werden. Das Wingerts-Gelände soll auch Mischbaufläche werden. Großflächiger Einzelhandel soll ausgeschlossen ein. Mit einer Veränderungssperre soll verhindert werden, dass ein Investor noch in die Lücke schlüpft.