Standort wirft Fragen auf

Zur Errichtung einer Mobilfunkantenne in Bernkastel-Kues schreibt dieser Leser:

Auf dem Kueser Plateau ist als Ersatz für die Mobilfunkantenne auf dem Wohnheim neben dem Krankenhaus eine neue Antenne errichtet worden. Bürger des Plateaus beklagen, dass es keine ausreichende Bürgerbeteiligung bei der Standortwahl gegeben hätte. In diesem Zusammenhang stellen sich noch einige Fragen:

1. Warum wurde ein neuer Standort gebraucht? Ist dies auf den Protest der Bürger in Kues zurückzuführen oder hat das Krankenhaus eine Verlegung erzwungen, weil beispielsweise elektronische Geräte gestört oder der Genesungsprozess von Patienten beeinträchtigt wurden? Die neue Antenne steht jetzt in Sichtweite der Klinik in rund 250 Meter Luftlinie entfernt.

2. Strahlt die Antenne mit gleicher Stärke in alle Himmelsrichtungen? Diese Frage stellen besonders die Bewohner des Baugebiets, insbesondere Familien mit kleinen Kindern. Die Antenne ist nur durch die Panoramastraße vom Wohngebiet getrennt.

3. Den alternativen Standort an der Rosenberghütte hat offenbar das Hotel Moselpark verhindert. Wenn die Antenne so harmlos ist, warum dann der neue Standort in etwa gleicher Entfernung zum Hotel?

Die Art und Weise des Vorgehens bei der Standortwahl hinterlässt bei vielen Bürgern einen faden Beigeschmack und erinnert an den Ausdruck: "Wir leben in einer Demokratie, in der alle Macht vom Volk ausgeht - und nie wieder zu ihm zurückkommt." Wie problematisch die heutige Technikgläubigkeit, verbunden mit dem immensen Einfluss der Wirtschaft auf politische Entscheidungen ist (manche nennen dies Ökonokratie), lässt sich aktuell an der Umweltkatastrophe im Süden der USA studieren.

Leo Pschebizin aus Bernkastel-Kues

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