Starke Schlepper im Schatten der Kirche

Starke Schlepper im Schatten der Kirche

Auf Hochglanz poliert, kraftvoll, für viele ein Arbeitsgerät oder eine Erinnerung an die gute alte Zeit - so standen 90 Traktoren am Erntedankfest im Wallfahrtsort. Auch Kindertraktoren und Unimogs waren unterwegs und wurden gesegnet.

Klausen. Kraftvolle Motoren ist man in Klausen gewohnt. Die Motorradwallfahrt fand im Mai zum 20. Mal statt. Vor drei Jahren ist eine weitere motorisierte Wallfahrt dazu gekommen: Die Traktorwallfahrt. Alte, neue, vor Kraft strotzende und mit weniger PS ausgestattete Schlepper kamen mit ihren Besitzern in den Ort. Diese wollten den Segen bekommen und sich mit Traktorfreunden austauschen.Andacht bei laufendem Motor


Die Idee für die Wallfahrt entstand, "weil wir hier in einer ländlichen Gegend sind, immer mehr Menschen Traktoren haben und es zu einem Wallfahrtsort mit Erntedankgottesdienst passt", erklärt Ortsbürgermeister Alois Meyer, der die Wallfahrt gemeinsam mit der Pfarrgemeinde veranstaltet.
Nach einer kurzen Andacht am alten Weiher, einer Wiese in der Nähe der Kirche, geht es los zu Segnung und Korso. Einige Traktoren laufen während der Andacht, wahrscheinlich haben die Besitzer Bedenken, dass sie nicht zur rechten Zeit anspringen. Auch andere brauchen erst einmal ein Überbrückungskabel, bevor sie losfahren können. Manchem Fahrer ist die Segnung sehr wichtig, sie nicken Pater Albert Seul zu oder machen das Kreuzzeichen. Einer nimmt das Zuckerpfeifchen, das er gerade lutscht, aus dem Mund, bevor er zur Segnungsstelle kommt. An einem Traktor klebt ein Schild "Zu Verkaufen". Ob der Klausener Segen bei eventuellen Verkaufsverhandlungen hilfreich sein wird, muss sich erst zeigen.
Viele machen auch ihr Verdeck herunter oder nehmen die Hände schützend nach oben, denn sie wissen schon, dass Pater Albert nicht mit dem Weihwasser spart. Er sagt: "Die Traktorwallfahrt ist eine religiöse Handlung, zudem macht sie Spaß."Für Landwirte wichtig



Weiter sagt er: "Die Traktoren sind Werkzeuge der Landwirtschaft. Mich treibt dabei das Thema der nachhaltigen Landwirtschaft und die Frage, wie man mit der Natur umgeht um. Auch deshalb ist mir die Traktorwallfahrt wichtig." Die Form der Motorradwallfahrt mit kurzer Andacht und Segnung will der Dominikanerpater beibehalten.
Bei den Besuchern kam die Wallfahrt sehr gut an. Christine Schwind aus Flußbach berichtet: "Die Wallfahrt ist sehr würdevoll und für Menschen, die täglich mit Traktoren arbeiten bestimmt wichtig. Es kommt ja immer wieder zu schweren Unfällen."
Nach dem Korso wurden der am weitesten angereiste und der älteste Traktor prämiert. Die weiteste Anreise hatte ein Schlepper aus St. Thomas mit 40 Kilometern, und der Älteste war aus dem Jahr 1940.

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