Starke Verlierer

So paradox es angesichts des verheerenden CDU-Ergebnisses auf Landesebene klingt: Elfriede Meurer - und mit ihr die CDU im Wittlicher Land - kann stolz sein auf ihr Ergebnis. Sie hat das Direktmandat trotz Verlusten verteidigt.

Vor allem aber haben Meurer und die CDU die Verluste bei den Zweitstimmen deutlich unter dem Wert gehalten, den die Partei sonst im Land und in den Nachbarkreisen - vor allem in Bitburg-Prüm - quittieren musste. Gleichwohl ist dies nur ein kleiner Trost, denn das Ergebnis vor allem bei den Zweitstimmen spiegelt auch im Wahlkreis Wittlich den Erfolg der Sozialdemokraten. Was vor wenigen Jahren im ländlich-katholischen Raum noch unvorstellbar gewesen wäre, ist eingetreten: Die SPD hat die Nase vorn. Dass Dieter Burgard davon bei seinem Erststimmenergebnis nur geringfügig profitieren konnte, zeigt, wie sehr die Wahl eine Zustimmung für Landesvater Kurt Beck war. Eine echte Überraschung und ebenfalls nur durch die Person erklärbar, ist das sensationell gute Abschneiden von Wolfgang Moritz in Manderscheid. Er erreichte in der nicht eben als Grünen-Hochburg geltenden Kleinstadt 22 Prozent der Erststimmen und lag damit absolut nur 14 Stimmen hinter Burgard. Richtig freuen dürfen sich die Grünen darüber allerdings nicht, denn auch im Wahlkreis Wittlich verfehlten sie die fünf Prozent deutlich. Das Abschneiden der WASG im Wahlkreis muss für die Linken, die bei der Bundestagswahl im Kreis Bernkastel-Wittlich noch um die fünf Prozent der Stimmen erreicht hatten, genauso enttäuschen wie das landesweit deutliche Scheitern. Derweil darf Manfred Hower die 6,3 Prozent für die FWG in seiner Heimatgemeinde angesichts des gegen ihn laufenden Bestechungs-Prozesses als eine Art Rückendeckung werten. Insgesamt müssen sich die Freien jedoch fragen, ob es tatsächlich sinnvoll ist, als Sammelsurium kommunal verwurzelter Wählergruppen überhaupt auf Landesebene anzutreten. Denn außer in Salmtal ist ihr Stimmenanteil weitgehend bedeutungslos. l.ross@volksfreund.de