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Starkenburger Orgel soll noch vor Weihnachten fertig sein

Starkenburger Orgel soll noch vor Weihnachten fertig sein

Um weitere Mittel für die Restaurierung der Stumm-Orgel zu sammeln, findet am Freitag in Starkenburg ein "Orgelkaffee" statt.

Starkenburg. (red) Das Dorf Starkenburg hat bei Liebhabern der Orgelmusik einen besonderen Ruf: In der kleinen evangelischen Kirche aus dem Jahr 1764 befindet sich seit etwa zwei Jahrhunderten eine Stumm-Orgel. Dieses Kleinod des Orgelbaus ist eines der 300 von der Dynastie der Gebrüder Stumm zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert gebauten und 200 heute noch bespielbaren Instrumente.

Das Baujahr der Orgel lässt sich aufgrund baulicher Merkmale und der Materialauswahl auf die Zeit um 1800 eingrenzen. So manche Veränderungen und Erneuerungen musste sie seit ihrem Einbau über sich ergehen lassen. Diese Umbauten konnten technisch und klanglich nicht befriedigen, und schon vor 30 Jahren wurden die ersten Gutachten zur Generalüberholung erstellt. Unter der zunehmenden Unzuverlässigkeit des Instruments hatte Dieter Hanß, seit über 50 Jahren als Organist tätig, mehr als einmal zu leiden. Seit Mitte der 1990er Jahre hat die Dorfgemeinschaft, unter besonderem Einsatz des Pfarrer-Ehepaars Lenz und des seinerzeitigen Presbyters Klaus Scheerer, für die Restaurierung geworben und gesammelt und so das Startkapital zusammengebracht. Über eine Ausschreibung erhielt 2007 der Orgelbaumeister und Restaurator Rainer Müller in Merxheim/Nahe den Zuschlag für die Rekonstruktion der Orgel. Kosten des Grundprogramms: 51 500 Euro.

Seit Oktober 2008 befindet sich das Sorgenkind in Merxheim. Am 30. März ließ sich die Gemeinde Starkenburg über die Arbeiten und den Fortgang der Restaurierung durch Rainer Müller an Ort und Stelle ausführlich informieren. Bei dieser Werkstattbesichtigung reifte die Entscheidung, die nach 1917 eingebauten Zinnpfeifen sowohl aus klanglichen wie optischen Gründen durch solche aus originalgetreuer Zinn-Blei-Legierung zu ersetzen. Die Zusatzkosten von 7200 Euro sollten über sogenannte Patenschaften finanziert werden. Dies ist inzwischen geglückt: Bereits 44 der insgesamt 47 Zinnpfeifen im Wert zwischen 30 und 414 Euro werden bei Fertigstellung des Instruments an den Pfeifenrückseiten mit dem Namen des jeweiligen Paten versehen sein. Seit Mai laufen die Einbauarbeiten in der Kirche und sollen noch vor Weihnachten fertiggestellt sein.

Am Freitagnachmittag, 17. Juli, lädt die Familie Weirich, Besitzer des Ausfluglokals "Schöne Aussicht" in Starkenburg, zu einem "Orgelkaffee" ein. Die Einnahmen werden für die Orgelrestaurierung gespendet.