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Starkes Investoren-Interesse an Morbacher Bürgerwindrädern

Grüne Energie : Starkes Interesse an Bürgerwindrädern

In diesem Herbst sollen die ersten der 14 alten Windanlagen in der Morbacher Energielandschaft abgebaut, 2019 die sieben neuen Räder errichtet werden.

Die ersten Arbeiten zum Repowering in der Morbacher Energielandschaft stehen bevor. „Wir beginnen demnächst damit, die notwendige Infrastruktur zu schaffen“, sagt Dr. Jörn Parplies von wiwiconsult, das das Repowering organisiert und begleitet. Das bedeutet, dass Räume für die benötigten Stellflächen der Kräne geschaffen werden, mit deren Hilfe die Anlagen mit 160 Meter Nabenhöhe aufgestellt werden. Allerdings ist noch nicht genau klar, wann der Abbau der 14 alten Anlagen in der Energielandschaft startet und wann mit dem Bau der neuen sieben Windräder begonnen werden kann. Parplies sagt, dass die ersten Anlagen bereits in diesem Jahr nach und nach demontiert werden können, die neuen Räder aber erst 2019 aufgestellt werden.

Die Schilder, die bereits jetzt entlang an der B 269 zu den Standorten der Anlagen hinweisen, sind auch für Gutachter gedacht, die die Windräder für diverse Kaufinteressenten untersuchen wollen. „Es gibt Nachfrage in Ost- und Südeuropa sowie von Zwischenhändlern“, sagt Parplies. Beispielsweise sei man in Kasachstan an ausgedienten Anlagen interessiert.

Was jedoch offensichtlich steht, ist die Finanzierung der Bürgeranteile. Elf der 55 Millionen Euro Investitionssumme sollen von Bürgern und Investoren getragen werden. „Die Anteile sind doppelt überzeichnet“, sagt Erich Wust, Inhaber des Unternehmens Wust Wind & Sonne, das die Bürgeranteile vermarktet. Bereits drei Monate nach dem Verkaufsstart seien die Anteile vergriffen gewesen. „Wir sind höchst positiv von der Nachfrage überrascht“, sagt er. Ein Drittel sei durch Interessenten im Landkreis Bernkastel-Wittlich nachgefragt worden, die übrigen zwei Drittel von Investoren außerhalb des Landkreises. Zumeist handele es sich um Investoren, die bereits in andere Windparks Geld gesteckt haben, die Wust vermarktet. Insgesamt stammen die elf Millionen Euro von knapp 500 Geldgebern. Allerdings sind es bisher lediglich unverbindliche Absichtserklärungen. Da Bürger aus dem Landkreis Bernkastel-Wittlich Vorrang genießen, könnten sich Interessenten aus der Region noch bis Ende September melden. Für Oktober sei für die beiden Betreibergesellschaften eine Gründerversammlung geplant, nach der eine weitere Zeichnung von Anteilen ausgeschlossen sei. Bei einer Infoveranstaltung im März 2018 hatte Wust die Renditemöglichkeit erläutert. Die Mindestbeteiligung für jeden Investor liegt bei 5000 Euro. Die Laufzeit für die Einlagen, die auch an dritte übertragen werden können, beispielsweise durch Verkauf oder Erbschaft, beträgt 20 Jahre. Die Rendite liegt über die gesamte Laufzeit voraussichtlich bei fünf Prozent, sagt Wust. Wobei er zu Anfang den Gewinn aufgrund der Kapitaldienste für Tilgung und Zins lediglich mit zwei Prozent errechnet, am Schluss der Laufzeit soll dieser bei 22 Prozent liegen. „Wenn Sie sich mit 10 000 Euro beteiligen, bekommen sie über 20 Jahre scheibchenweise 20 000 Euro zurück“, sagt er.