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Starkregen: Gemeinde Morbach will Gefahrenkarte erstellen

Ein Konzept gegen die Gefahr : Mehr Sicherheit bei Starkregen – Gemeinde Morbach will Gefahrenkarte erstellen

Zum Schutz vor Schäden nach heftigen Unwettern will Morbach eine Gefahrenkarte erstellen. Das betrifft auch einige Neubaugebiete in der Einheitsgemeinde.

Welche Auswirkungen Starkregen haben kann, haben die Menschen in der Region diesen Monat erleben können. So hieß es in zahlreichen Moselorten in Flussnähe Land unter, und auch im Hunsrück sind einige Keller vollgelaufen (der TV berichtete.)

„Als hätten wir es geahnt“, sagt der Morbacher Bürgermeister Andreas Hackethal. Denn in den Ortsbezirken und im Bau- und Liegenschaftsausschuss befassen sich die Mitglieder von Gremien derzeit intensiv mit den Auswirkungen von Starkregenereignissen. „Wir wollen eine Gefahrenkarte entwickeln und wissen, wo die Problemfelder liegen“, sagt Hackethal.

Das betreffe auch die aktuellen Neubaugebiete in Morbach Auf der Huhf, Bischofsdhron, Morscheid-Riedenburg und Wenigerath, sagt der Bürgermeister.

Auch diese werden inzwischen mit Sicker- oder Regenrückhaltebecken geplant und sind so angelegt, dass mögliche heftige Niederschläge einkalkuliert sind.

Als Beispiel für die gestiegenen Anforderungen bei möglichen Starkregenereignissen nennt Hackethal den zweiten Abschnitt des Gonzerather Neubaugebiets In der Geisch, wo 29 Bauplätze vorgesehen sind. Dafür besteht eigentlich ein gültiger Bebauungsplan, so dass die Gemeinde mit der Erschließung beginnen könnte. Doch ist dieser Plan vor 20 Jahren aufgestellt worden. Zu dieser Zeit sei das Starkregenproblem noch nicht bewusst gewesen.

 „Wir haben festgestellt, dass die Anforderungen von damals für Starkregen nicht ausreichen“, sagt Hackethal. Denn hier laufe nicht nur das Oberflächenwasser von den dortigen Grundstücken ab, sondern es sei auch mit abfließendem Wasser vom Hügel oberhalb des Baugebiets zu rechnen.

„Wir haben den Bebauungsplan angepackt und ihn auf einen aktuellen Stand gebracht“, sagt der Bürgermeister. Inzwischen sind am unteren Ende des Baugebiets zwei Sickerbecken vorgesehen. Die Erschließung der Grundstücke verzögere sich deshalb zwar um wenige Monate, führe aber zu mehr Sicherheit bei Starkregenereignissen.

Auf die Grundstückspreise habe das keinen Einfluss, da die Gemeinde Morbach sogenannte politische Preise festlegt, bei denen nicht alle entstehenden Kosten direkt auf die betreffenden Baugebiete umgelegt werden.

Bereits in der Vergangenheit hat die Gemeinde Morbach in den Hochwasserschutz investiert. So sind in den Jahren 2011 bis 2014 für insgesamt vier Millionen Euro fünf Regenrückhaltebecken angelegt worden. Zwei davon befinden sich im Bereich der Morbacher Kläranlage im Laufe der Dhron, genauso wie ein Becken vor der Ortslage Bischofsdhron. Jeweils ein weiteres befindet sich am Erbach neben der Morbacher Industriestraße und unterhalb der Schmausemühle vor der Ortslage Morbach. Anfang Februar haben die Dämme, in denen Abflüsse die Menge des durchfließenden Wassers begrenzen, die größten Regenmengen zurückgehalten.

Mit den Diskussionen und Entscheidungen in den Gremien wolle man das Thema Starkregen wieder ins Bewusstsein der Bürger bringen, sagt Hackethal. „Die Häufigkeit und Intensität der Regenereignisse hat zugenommen, so dass wir unser Konzept fortschreiben wollen.“