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Starkregenvorsorgekonzept für Dreis vorgestellt

Umweltschutz : Dreis läuft voll wie ein Waschbecken

Die Ergebnisse der Untersuchung zum Starkregenvorsorgekonzept wird in vielen Orten mit Spannung erwartet. In Dreis wurde es nun vorgestellt, aber das Ingenieurbüro braucht für weitere Schritte die Unterstützung der Bevölkerung.

Wege waren weggespült, Keller und Wohnzimmer standen unter Wasser, Sperrmüll lag auf den Straßen und Treibgut an den Ufern. Verheerend sah es in den Orten an der Salm nach dem Starkregen im vergangenen Juli aus.

Dabei ist das Thema Starkregen nicht neu. Schon im Jahr 2018 hatte das Land ein Förderprogramm beschlossen, damit in den Orten Starkregenkonzepte erstellt werden konnten. 17 Ortsgemeinden sind in der Verbandsgemeinde Wittlich-Land dabei und schon vor dem Starkregen im vergangenen Juli hatte es  Begehungen gegeben. So auch in Dreis. Das Büro Stratec war im Mai 2021 vor Ort, um eine Analyse über Fließwege des Wassers, Engstellen und Defizite zu erstellen. „Das Gefährliche am Starkregen ist, dass es kaum eine Vorwarnzeit gibt, denn es fallen große Wassermengen in kurzer Zeit. Dabei kann es jeden Ort treffen“, sagte eine Vertreterin des Büros.  

Neben allgemeinen Hinweisen wie die Brücken freizuhalten, Freiflächen und Notabflüsse zu schaffen, dafür zu sorgen, dass die Feuerwehren gut ausgerüstet, die Hilfskräfte geschult sind und es eine Alarm- und Einsatzplanung gibt, wurde das Untersuchungsgebiet Dreis auf einer Karte gezeigt.

Im Ort gibt es Tiefpunkte, an denen sich das Wasser sammelt und überläuft, etwa in der Mühlenstraße. Wanderwege führen das Wasser wie ein Kanal schnell in den Ort, in der Talstraße staut sich das Regenwasser und kommt mit dem Schornbach zusammen. Zudem gibt es Brückenbauwerke, die wie ein Nadelöhr wirken. Einige solcher Stellen haben die Ingenieure ausgemacht, aber es ist von großer Bedeutung, dass die Bürger sich bei einer Versammlung mit den Experten treffen, um ihr Wissen miteinzubringen. „Schade ist natürlich, dass wir vom Land her keine Berechnungen anstellen dürfen, etwa bei Engstellen, um wie viel sie vergrößert werden müssten. Aber das gibt das Programm nicht her.“ Zudem bedauern die Experten, dass Maßnahmen zur Außenentwässerung nicht gefördert werden. „Am sinnvollsten wäre es ja, wenn das Wasser erst gar nicht in den Ort und in die Gebäude laufen würde, aber für solche Maßnahmen wird kein Geld von Seiten des Landes zur Verfügung gestellt.“

Markus Hansen, ehemaliger Ortsbürgermeister, merkte an, „Dreis liegt wie in einem Waschbecken. Deshalb ist es schwer, das Wasser aus der Ortslage zu halten.“

Andere Ratsmitglieder konnten spontan weitere Stellen aufzählen, bei denen es zu Problemen bei Starkregen kommt. Deshalb betonten die Vertreter des Ingenieurbüros noch einmal, wie wichtig es sei, dass die Anwohner an der Bürgerversammlung zum Thema Starkregen teilnehmen. Dort sollen in Gruppen verschiedene Themen bearbeitet werden, etwa wie man das Wasser leiten kann, damit es zu möglichst wenig Schäden kommt. Es werden auch Schutzmaßnahmen vorgestellt, wie die Bürger selbst ihre Häuser bei Starkregengefahr sichern können. Der Termin für die Bürgerversammlung soll noch vor dem Sommer dieses Jahres stattfinden.