Starkwind vor Travemünde

Wie schon seit vielen Jahren starteten die Schwertzugvögel (Segeljollen-Klasse) des Ruderclubs Traben-Trarbach (RCTT) in diesem Jahr bei der 120. Travemünder Woche in der Lübecker Bucht. Acht Läufe an vier Tagen waren ausgeschrieben, und mit zwei Mannschaften war auch die Segelabteilung des RCTT wieder am Start.

 Segeln unter Extrembedingungen: Kampf gegen harte See vor Travemünde. Foto: RCCT

Segeln unter Extrembedingungen: Kampf gegen harte See vor Travemünde. Foto: RCCT

Traben-Trarbach/Travemünde. (red) Axel Fischer ist einer der erfolgreichsten Segler des RCTT. Er ist dieses Jahr mit Martina Stemmer vom SC Staffelsee an Bord ins Rennen gegangen und wollte seinen Erfolg vom vergangenen Jahr, als er die Regattaserie gewann, wiederholen.

Am ersten Tag begann es für ihn verheißungsvoll. Ein dritter und ein erster Platz standen am Abend für ihn zu Buche. Das gleiche Ergebnis konnte er am Sonntag ersegeln, so dass er auch in diesem Jahr als Anwärter auf den Gesamtsieg galt. Nur mit einem Punkt Abstand lag er in der Gesamtwertung auf Rang zwei. Nicht ganz so gut lief es für die zweite RCTT-Mannschaft Brach /Haussmann. Mit einem neunten Platz im ersten Lauf lagen sie zur Halbzeit auf einem siebten Gesamtrang.

Der Wetterbericht sagte für Montag nichts Gutes vorher. Gewitter mit Böen bis Windstärke acht nach Beaufort waren angesagt. Trotzdem schickte die Wettfahrtleitung die einzelnen Segelklasse auf die Wettfahrtbahnen über fünf bis sechs Seemeilen in der Lübecker Bucht. Dort warteten auf die Segler dann der angekündigte Starkwind und hohe Ostseewellen. Bereits im ersten Lauf des Tages kenterten einige Boote und mussten zum Teil das Rennen aufgeben. Brach/Haussmann erreichten als Dritte das Ziel, eine knappe Bugspitze vor ihrem Clubkameraden. Unter gleichen Bedingungen folgte eine zweite Wettfahrt, bei der nur noch sechs Zugvögel antraten. Brach musste das Rennen abbrechen - zum ersten Mal in seiner Laufbahn als Regattasegler. Er wollte sein Material schonen für die Meisterschaft Ende August. Fischer und Stemmer segelten ihr Rennen zu Ende und sicherten mit einem dritten Platz ihre Position in der Führungsgruppe ab.

Beim Einlaufen spielten sich dann vor der Travemündung dramatische Szenen ab. Vor der Kulisse einer pechschwarzen, bedrohlich wirkenden Gewitterfront pfiffen erneut Böen der Stärke acht heran und legten selbst stabile Boote auf die Seite. Fliegendes Wasser nahm den Aktiven die Sicht, gekenterte Jollen trieben zwischen den mit Mühe kreuzenden Booten. Die restlichen Schwertzugvögel erreichten unter ständiger Kentergefahr den sicheren Hafen.

Am vierten Segeltag hatte sich der Wind etwas beruhigt; es blies aber immer noch mit Windstärke vier bis fünf. Fischer konnte sich mit einem zweiten und einem ersten Platz neben dem zweiten Rang im Gesamtklassement auch den Wanderpreis für den Sieger in der letzten Wettfahrt - einen antiken Maschinen-Telegrafen, gestiftet vom Deutsch Britischen Yachtclub Berlin - mit nach Hause nehmen. Brach/Haussmann konnten sich nicht mehr verbessern und wurden Siebte. Gewinner der 120. Travemünder Woche wurde das Seglerduo Kopplin/Wenzel aus Berlin, das sich damit für die Niederlage gegen Axel Fischer vom letzten Jahr revanchieren konnte.

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