Start mit Provisorium

WITTLICH. Dem Neubau einer Mensa an der Grundschule Friedrichstraße, die künftig Ganztagsschule sein wird, hat der Stadtrat zugestimmt. Starten wird die Ganztagsbetreuung zum neuen Schuljahr vermutlich mit einem Provisorium, denn die Mensa soll erst zwei bis drei Monate danach fertiggestellt sein.

"Wir werden es nicht schaffen. Wir müssen mit einer Notlösung beginnen." Schulleiter Wolfgang Benz kündigte bei der Stadtratssitzung am Dienstagabend an, dass die Ganztagsbetreuung an seiner Schule mit einem Provisorium starten müsse. Und das heißt: Die 75 für die Ganztagsschule angemeldeten Kinder werden voraussichtlich zwei bis drei Monate im Musikraum beköstigt. Denn das langwierige Antragsverfahren bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier (ADD) und der für Mitte Mai angepeilte Baubeginn lassen keine Fertigstellung zum 1. August 2004 zu.Bürgermeister Ralf Bußmer kündigte für die Stadt Wittlich (sie ist Trägerin der Schule) an, man werde gemeinsam mit der Schulleitung die Überbrückungszeit so gut wie möglich organisieren. Wolfgang Benz ist froh, dass mit dem neuen Musikzimmer ein großer Raum zur Verfügung steht, der vorübergehend als Mensa dienen kann.Über das Prozedere - vermutlich werden die Essen von einem Catering-Service angeliefert - soll noch im Einzelnen gesprochen werden. Die Stadt hat in ihrem Stellenplan eine Hauswirtschafterin als Halbtagskraft für die Ganztagsschule Friedrichstraße vorgesehen.Der 325 000 Euro teure Neubau wird zwischen einem Schultrakt und der Turnhalle entstehen. Von der ursprünglichen Absicht, die ehemalige Hausmeisterwohnung zu einer Mensa umzubauen, sind Stadtverwaltung und ADD zum Neubau umgeschwenkt. Die Gründe sind: höhere Platzkapazität, bauliche Erweiterungsmöglichkeit, Ganztagsschulen-Betrieb komplett im Erdgeschoss, geringere Folgekosten und Trennung von Essens- und Schulbetrieb. Neben einem 100 Quadratmeter großen Speisesaal sind eine Ausgabeküche, Toiletten und mehrere Nebenräume vorgesehen.Ein weiterer Vorteil gegenüber der Altbau-Alternative ist die Möglichkeit, die Mensa für außerschulische Veranstaltungen zu nutzen. 70 Prozent der Kosten von 325 000 Euro sind zuschussfähig; weitere zehn Prozent übernimmt der Kreis, die restlichen 20 Prozent bringt die Stadt auf.Dem Vorschlag von Albert Klein, dass die Verwaltung prüfen möge, ob wegen der räumlichen Einschränkungen der Starttermin für die Ganztagsschule auf den 1. Februar verlegt werden könne, wollte der Rat nicht folgen. Dies sei ein falsches Signal, meinten Michael Wagner und Joachim Gerke. "Wir stehen bei den Eltern im Wort", sagte der Schulleiter und bat darum, die Bauzeit so kurz wie möglich zu halten.