Start und Ziel "Dämpfkolonne"

KLEINICH. Wandern macht Appetit. Bei der 30. IVV-Wanderung hat der Heimat- und Verkehrsverein Kirchspiel Kleinich seine Gäste mit Leckerbissen aus der "Dämpfkolonne" verwöhnt.

Nicht jedes Jahr, in jedem Fall aber zu besonderen Anlässen, machen die Kleinicher ordentlich Dampf im Kessel ihrer "Kartoffeldämpfanlage". Schon früh um sieben heizen sie dann ein, um bis Mittag jede Menge Kartoffeln - und neuerdings auch Kesselfleisch - aus der "Dämpfkolonne" anbieten zu können. So auch am Wochenende, als sich 1700 Menschen zur 30. Internationalen Volkswanderung (IVV) rund ums Kirchspiel auf den Weg machen. Während die einen die Natur erwandern, wandern vor dem Gemeindehaus Kleinich 100 Kilo Kartoffeln plus 50 Kilo Fleisch in die Kessel. Im Saal darf dann, dank dem ebenfalls zeitig angerückten Küchenteam, jeder wählen zwischen Pellkartoffeln mit Fleisch oder Hering. Den Nachschub sichern die unermüdlichen Dämpfer Klaus Christmann und Kurt Stumm. Am häufigsten wollten die Leute von ihnen wissen, ob sie in dem Kessel Schnaps brennen, erzählen sie. Ältere erinnerten sich oft, mit einer solchen Maschine früher gearbeitet zu haben. Für die Amerikaner Eliska und John Scudder sowie Shana Selway ist das dampfende Ungetüm aber neu. Deshalb nehmen sie wie der Hirschfelder Ulrich Klingel die Technik unter die Lupe. Die meisten drängt es jedoch geradewegs zum kulinarischen Ergebnis der Dämpferei, das der Blieskasteler Wanderer Heinrich Megele strahlend in Empfang nimmt. "818 Wanderer am Samstag sind ein Rekord"

Horst Kloss von den "Teufelskopfwanderern Reichweiler", ist schon seit Jahren dabei: "Der Hunsrück ist immer schön." Verdient haben sich das Essen auch drei Hunsrückverein-Wanderer. Es sei teils richtig glatt gewesen, erzählen die Longkamper Dorothea und Benno Schmitt sowie Maria Schmitz aus Lösnich. Dass dennoch so viele kamen, freut den Veranstalter, den Heimat- und Verkehrsverein (HVV) Kirchspiel Kleinich. "818 Wanderer am Samstag sind ein Rekord", sagt Vorsitzender Friedhorst Kirst. Vor allem liege das aber daran, dass Ramstein seinen Februar-Termin aufgegeben habe, so dass neben Besuchern aus dem Saarland und Luxemburg auch Pfälzer - darunter viele Amerikaner - ins Kirchspiel kamen. Den weitesten Weg hatte eine Gruppe aus Pforzheim. Dafür waren die Nachbarn aus Bischofsdhron, Kirchberg, Morbach und Sohren sehr zahlreich vertreten. Wie seit 33 Jahren - denn der ersten IVV waren laut Kirst drei Testjahre vorausgegangen. Den Anstoß hatte die Feuerwehr Emmeroth-Pilmeroth gegeben. Erwin Wedertz, 1973 Wehrführer, erinnert sich noch an den Bau der Grillhütte, mit der alles anfing. Als ihnen die Organisation über den Kopf wuchs, gründete sich 1980 der HVV, der inzwischen jährlich 100 Helfer einspannt. Kirst: "Ich schätze, dass in 30 Jahren 45 000 Mann ins Kirchspiel gekommen sind."