Statt Gas: Immer mit der Ruhe

BERNKASTEL-WITTLICH. Weiße Weihnacht heißt auch: Fuß vom Gas! Winterliche Straßenverhältnisse verlangen von Autofahrern besondere Vorsicht. Die Polizei rät neben ordentlicher Winterausrüstung jetzt zu besonders defensivem Fahren - vor allem im Wald, auf Brücken und in Tälern.

Alle Jahre wieder kracht es im Kreis Bernkastel-Wittlich. Nach dem ersten Schneefall vorgestern klingelte bei der Polizeiinspektion Wittlich ununterbrochen das Telefon. Eine Frau war in Altrich wegen plötzlicher Glätte in die Böschung gefahren, am Pichterberg zwischen Hupperath und Trimm-Pfad war ein Belgier mit seinem Wagen in die Leitplanken gerutscht, in Wittlichs Himmeroderstraße gab es einen Unfall und in Neuerburg kam es auf glatter Fahrbahn zu einem Auffahrunfall. Die Polizei in Bernkastel rückt aus zu Unfällen in Burgen, Piesport und Maring-Noviand: Sachschaden insgesamt etwa 14 000 Euro. Doch es blieb nicht bei Blechschäden: bei Klausen wurde eine Frau schwer verletzt, deren Wagen keine Winterreifen besaß (siehe folgende Seite 10). "Unangemessene Fahrweise oder nicht angepasste Geschwindigkeit auf glatter Fahrbahn" steht meist im Polizeibericht.Ein Muss sind Winterreifen

Der TV hat bei der Polizeiinspektion Wittlich nachgefragt, was zu beachten ist, damit es nicht zum Unfall kommt. Romeo Faustmann: "Bei Minusgraden muss immer defensiv gefahren werden. Wichtige Warnhinweise gibt es beim aktuellen Verkehrsfunk. Generell gilt zum Beispiel: Wenn man morgens schon Eiskratzen muss, besteht die Möglichkeit von Glatteis." Besondere Vorsicht, so Faustmann, sei geboten bei Walddurchfahrten, auf Brücken und in Talsohlen. Dieselben Tipps gibt Michael Müller, Polizeiinspektion Bernkastel-Kues: "Erfahrungsgemäß ist die Situation auf den Höhenlagen schwieriger, so auf der B 50 von Longkamp Richtung Hunsrückhöhenstraße. Im Moseltal gibt es witterungsbedingt weniger Probleme." Er verweist noch einmal auf die richtige Ausrüstung: "Manch einer denkt, er wohne an der Mosel und bräuchte sie nicht. Das kann ein Trugschluss sein. Wenn es nass und schmierig ist, hat ein Winterreifen größere Vorteile." Dass etwa Schnee an sich nicht das Hauptproblem sei, bestätigt auch Ralf Schmitz von der Straßenmeisterei Wittlich: "Den Schnee sieht der Autofahrer und ist gewarnt. Schwieriger wird es bei überfrierender Nässe etwa in beschatteten Lagen. Die kann auf jeder Strecke plötzlich über 100 Meter zu gefährlichen Stellen führen." Bereits ab drei Grad plus ist mit Überfrieren der Straße und Glätte zu rechnen. Besonders beim Bremsen verschätze man sich leicht: "Der Bremsweg ist auch mit Winterreifen auf nasser, feuchter Fahrbahn immer länger als auf trockener Straße." Ralf Schmitz und seine Mannschaft sind von 3 bis 22 Uhr im Dienst und betreuen dazu rund um die Uhr die Zubringer zu den Autobahnen. Am Montag musste die Straßenmeisterei mit als erstes die Zufahrt zum Krankenhaus streuen, damit die Rettungswagen zum St. Elisabeth-Krankenhaus in Wittlich durchkamen. Die Autobahnen werden von den Autobahnmeistereien 24 Stunden am Stück gesichert. Ralf Schmitz weiter: "Außerdem fahren wir im Rahmen unserer Kontrolldienste gefährliche Strecken vorsorglich ab. Ansonsten haben wir normale Rufbereitschaft und gehen erst einmal davon aus, dass es in den nächsten Tagen nicht schlimmer wird." Im Manderscheider Raum sorgt die Straßenmeisterei Manderscheid für 316 Kilometer freie Straßen. Den Schnee am Montag hatte sie schnell im Griff. Silvanus Dreis meldete dem TV schon am frühen Abend: "Die Straßen sind frei, geräumt und gestreut."

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