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Statt Traben-Trarbacher Wein-Nachts-Markt lockt Winterzauber

Veranstaltung : Statt Unterwelt lockt Winterzauber

Der Traben-Trarbacher Wein-Nachts-Markt fällt in diesem Jahr dem Coronavirus zum Opfer. Für Gäste und Bürger soll im Advent und zum Jahreswechsel trotzdem einiges für die Sinne und den Magen geboten werden. Das hat der Stadtrat beschlossen.

Die Entscheidung kam nicht mehr überraschend. Sie war schon vorberaten, musste vom Stadtrat aber noch endgültig getroffen werden. Der Traben-Trarbacher Wein-Nachts-Markt fällt in diesem Jahr, wie andere Großveranstaltungen auch, dem Coronavirus zum Opfer. Es wäre, so der Tenor, unverantwortlich zigtausenden Besuchern Eintritt in die Keller der Traben-Trarbacher Unterwelt zu gewähren und sie der Gefahr auszusetzen sich das Virus einzufangen.

„Aber wir wollen doch etwas für die Gäste machen“, sagt Stadtbürgermeister Patrice Langer und präsentiert die oberirdische Veranstaltung Winter-Wein-Zauber in Traben-Trarbach. Sie steht natürlich auch den Bürgern offen. Laufen soll sie exakt zum Zeitpunkt, an dem sonst der Wein-Nachts-Markt über die Bühne gegangen wäre: an den Wochenenden zwischen dem 20. November und dem 3. Januar 2021.

Geboten wird viel Kultur (Kabarett, Theater, Konzerte, Comedy). Aber die Geselligkeit soll im Rahmen der durch Corona eingeschränkten  Möglichkeiten auch ihren Platz haben. „Wir wollen Winzer, Gastronome und Hoteliers unterstützen“, erläutert Gerd Huesgen (SPD) die Intention des Stadtrates. Stadtbürgermeister Langer spricht von einem Glühweindorf und Winter-Straußwirtschaften.

Der TV hat bei Kirsten Haag, der kommissarischen Leiterin der Touristinformation, nachgefragt. Am Alten Bahnhof in Traben, dort wo sonst die Eisbahn steht, soll Glühwein, Essen und Zuckerwerk angeboten werden. „Und vielleicht ein Karussell“, sagt Kirsten Haag. Am alten Stadtturm in Trarbach soll es so ähnlich aussehen. Dort könnten sich, so Haag, städtische Vereine einbringen. Deren Kassen seien wegen der fehlenden Feste auch aufnahmebereit.

Man werde darauf achten, dass sich die Menschen zum Beispiel an den Glühweinständen nicht zu nahe kommen. Bei der derzeit laufenden Reihe „Livemuik am Moselufer“ habe man bisher gute Erfahrungen gemacht.

Den Winzern soll die Möglichkeit gegeben werden auch zur ungewohnten Winterzeit ihre Straußwirtschaften zu öffnen. Einige seien sowieso voll konzessioniert, für andere solle die Möglichkeit geschaffen werden eine Genehmigung für die Veranstaltung zu bekommen, sagt Haag. Stadt beziehungsweise Touristinformation könnten bei den Formalitäten helfen.

Die Museen sollen geöffnet sein und es werde, wie auch jetzt, Führungen durch Keller der Unterwelt geben. Wo ohne Corona 40 Leute Informationen und Einblicke erhalten, werden es dann aber nur 14 Gäste pro Führung sein.

Die Planung, auch was die Hygiene- und Abstandsregeln betrifft, laufe. Es seien ja auch noch Änderungen möglich, sagt Kirsten Haag. Für weitere Ideen seien Stadt und Touristinformation offen, betonen Haag und Stadtbürgermeister Langer.