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Steht die Dachmarke Mosel vor dem Aus?

Nach Ausstieg der Stadt Trier : Steht die Dachmarke Mosel vor dem Aus?

Der Stadtrat von Trier hat beschlossen, die Regional- initiative Mosel zu verlassen.  Der Dachmarke deren Symbol eine Krone ist, gehört auch der Landkreis Bernkastel-Wittlich an. Die Kreisverwaltung ist enttäuscht.

In der jüngsten Sitzung hat der Stadtrat Trier gegen die Fraktion der CDU den Ausstieg aus der Regionalinitiative Mosel beschlossen.

Diese Dachmarke besteht seit 2006. Ihr gehören neben Trier die Kreise Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich und Cochem-Zell an. Was ist nun das Ziel einer solchen „Dachmarke“, die – so die Vorlage der Trierer Stadtverwaltung, „Strukturen und Ressourcen zu größeren Einheiten für ein erfolgreiches Bestehen im Wettbewerb“ bündeln soll? Ganz konkret geht es mit solch einer Initiative darum, zum Beispiel gemeinsam Werbung zu machen und die Produkte der Region mit einem einheitlichen Logo zu versehen, um einen Wiedererkennungseffekt zu schaffen.

Damit ist es oftmals leichter, in anderen Bundesländern und auch im Ausland wahrgenommen zu werden. Weitere Beispiele aus der Region sind die Dachmarke Eifel oder die Regionalinitiative „Ebbes von hei“ im Hunsrück, die regionale Produkte mit zunehmendem Erfolg vermarkten.

Die Dachmarke „Mosel“ gibt es zwar schon seit 13 Jahren, aber in diesem Jahr ist erstmals die Schaffung einer Koordinationsstelle geplant. Sie soll in der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich angesiedelt weden, was den Haushalt der Stadt Trier mit 29 000 Euro im Jahr belastet hätte, wie auch die übrigen Mitglieder. Und genau dafür fand sich im Trierer Stadtrat keine Mehrheit mehr. Das wurde damit begründet, dass der Sprecher der Initiative keine „Meilensteinplanung“ für die Zukunft vorgelegt habe.

Manuel Follmann, Sprecher der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich, sagt dazu: „Der mehrheitlich gefasste Beschluss des Stadtrates Trier, sich an der Weiterentwicklung der Regionalinitiative Mosel nicht beteiligen zu wollen, wurde mit Enttäuschung zur Kenntnis genommen. Zudem kann die im Stadtrat geäußerte Kritik nicht nachvollzogen werden.“

Bei der in der Konzeption dargestellten Finanzierung handele es sich schließlich nicht um eine Weiterfinanzierung sondern vielmehr um die Herbeiführung einer erstmaligen Finanzausstattung der Regionalinitiative Mosel. Follmann: „Es bleibt nämlich festzustellen, dass der Regionalinitiative bislang nie eigene Finanzmittel zur Verfügung standen.“ Bisher seien je nach Anlass finanzielle Mittel besorgt worden. Ohne die Bereitstellung der in Vorschlag gebrachten Finanzmittel sei die Weiterentwicklung der Regionalinitiative nicht zu bewerkstelligen. Die Konsequenzen der ausbleibenden Beteiligung der Stadt Trier könnten zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend benannt werden.

Follmann: „Eine inhaltliche Weiterentwicklung der Regionalinitiative ohne das Oberzentrum Trier ist allerdings nur schwerlich vorstellbar.“ Follmann hebt hervor, dass das nur mit der geplanten Vollzeitstelle in der Kreisverwaltung möglich sei. Die Regionalinitiative Mosel sei zudem kein Vorhaben des Landkreises Bernkastel-Wittlich, sondern werde von mehreren Landkreisen und der Stadt Trier getragen.

Wie geht es nun weiter mit der Dachmarke? Follmann: „Die endgültige Entscheidung in dieser Angelegenheit obliegt den am Entscheidungsprozess beteiligten Kommunen und Institutionen. Ein entsprechender Termin hierfür befindet sich in Abstimmung.“