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Steillagenweine verkaufen sich auch im Supermarkt

Steillagenweine verkaufen sich auch im Supermarkt

Mit dem Jahrgang 2008 stellte die Winzergenossenschaft Moselland eG erstmals ihre neue Premium-Serie Moselland-Goldschild vor. Der 2009er Moselland-Goldschild Ürziger Würzgarten Riesling Spätlese trocken wurde jetzt als "Bester Wein im Lebensmitteleinzelhandel" ausgezeichnet.

Bernkastel-Kues. (sim) Der weitaus größte Teil des Moselweins wird im In- und Ausland im Lebensmitteleinzelhandel, das heißt in großen Super- und Verbrauchermärkten, verkauft — zu Preisen zwischen 2,50 und 4 Euro. In diesem Preissegment bewegt sich auch der Großteil der Weine der Winzergenossenschaft Moselland in Bernkastel-Kues. Mit ihrer Premiumserie Moselland-Goldschild versucht das Unternehmen auch höherpreisige Riesling-Steillagenweine zu vermarkten. Das gelingt immer besser. Der Jahresabsatz beträgt etwa 250 000 Flaschen. Der Wein kostet im Supermarkt 7,50 Euro. Jetzt hat das renommierte Weinmagazin "Weinwelt" die Winzergenossenschaft für eine 2009er Riesling Ürziger Würzgarten Spätlese trocken aus der Goldschild-Serie mit dem Sonderpreis "Bester Wein im Lebensmitteleinzelhandel" ausgezeichnet.

Die Jury urteilt über den Wein: "Top-Wahl im Regal. Der Wein hat eine frische Zitrusnote, eine feine Mineralität und einen saftigen Körper".

Für den Vorstandsvorsitzenden der Moselland, Werner Kirchhoff, ist der Preis eine Bestätigung der Qualitätsbemühungen des Unternehmens. Zwei Qualitätsprojekte speziell zur Förderung des Steillagen-Rieslings hat die Winzergenossenschaft entwickelt. Die Goldschild-Linie ist ein Produkt aus dem Projekt Riesling Steillage Premium, das 2008 gestartet wurde. "Premium" steht für Weinberge der Spitzenklasse und hochwertiges Lesegut. Ein geringer Ertrag und die Lese ausschließlich hochreifer Trauben sind dabei oberstes Gebot. Die Bedingungen, die die Moselland den teilnehmenden Winzern vorschreibt, sind streng.

Die Hangneigung des Weinbergs muss über 30 Prozent betragen, der Ertrag darf 8000 Liter/Hektar nicht überschreiten und das Mindestmostgewicht muss 85 Grad Oechsle betragen. Ferner schreibt die Moselland die Lesetage vor. Berater kontrollieren die Weinberge und achten auf die Einhaltung weinbaulicher Maßnahmen wie eine ausgeglichene Nährstoffversorgung der Reben und einen sachgerechten Pflanzenschutz. Dafür erhält der Winzer neben dem Traubengeld 6000 Euro pro Hektar Flächenprämie.

Beim zweiten Projekt "Riesling Steillage" sind die Kriterien weniger streng, die verkauften Mengen aber umso größer. Der erlaubte Hektarhöchstertrag beträgt 10 000 Liter, das Mindestmostgewicht 75 Grad Oechsle. Winzer, die sich daran beteiligen, erhalten einen Aufschlag von 20 Cent pro Liter Most auf das Traubengeld.

Rund 2000 Moselwinzer mit 1400 Hektar Rebfläche liefern Trauben an die Winzergenossenschaft. 400 Hektar fließen in das Projekt Riesling-Steillage. Im Lebensmitteleinzelhandel werden sie in verschiedenen Geschmacksrichtungen angeboten, nach Angaben der Moselland zu Preisen zwischen 4,99 und 6,99 Euro. Auf dem Etikett steht "Aus der Steillage". Vorstandsvorsitzender Kirchhoff: "Die Steillage ist ein starkes Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Weinbaugebieten und Ländern. Die Vorteile wollen wir nutzen, um Rieslingweine noch stärker im Markt zu positionieren."EXTRA Winzergenossenschaft Moselland eG: Die Moselland hat an der Mosel rund 2000 Mitglieder, 700 weitere in den Weinbaugebieten Pfalz, Rheinhessen und Nahe. Das Bernkastel-Kueser Unternehmen machte zuletzt einen Jahresumsatz von rund 65 Millionen Euro. Sie vermarktet etwa 20 Prozent des gesamten Moselweins. Der Exportanteil liegt bei 45 Prozent. Die Lagerkapazität beträgt 69 Millionen Liter Fasswein und 6,5 Millionen Liter Flaschenwein. Neu im Vorstand: Seit dem 1. Juli ist Klaus Traut aus Osann-Monzel neben Werner Kirchhoff hauptamtliches Vorstandsmitglied der Winzergenossenschaft Moselland eG. Der 50-Jährige ist seit 1992 in dem Unternehmen tätig, zuletzt leitete er den Bereich Rechnungswesen, Controlling und EDV.