Stelioplast – Anwohner in Binsfeld klagen über Produktionslärm

Industrie : Stelioplast – Anwohner in Binsfeld klagen über Produktionslärm

Ist der Kunststoff-Hersteller Stelioplast in Binsfeld lauter als das Gesetz erlaubt? Der TV hat nachgefragt.

Bei dem Unternehmen Stelioplast in Binsfeld, dem größten Arbeitgeber der 1300-Einwohner-Gemeinde, wird schwer geschafft. Das Unternehmen stellt Plastikkanister her und deshalb laufen dort täglich die Maschinen.

Anwohner „Es zischt da wie wahnsinnig“, erklärt ein älterer Anwohner, der deshalb bei der TV-Lokalredaktion Wittlich angerufen und gebeten hat, die Redaktion möge doch mal der Frage nachgehen, ob die Lautstärke noch im Rahmen sei. Anders wisse er sich nicht mehr zu helfen, sagt er.  „Damit ich dieses Gezische der Maschinen nicht höre, muss ich die Fenster schließen. So geht es auch den anderen Nachbarn“, sagt der Binsfelder, der 500 Meter Luftlinie vom Werk entfernt wohnt.

Der Anwohner vermutet, der Produktionslärm des Unternehmens könne über den gesetzlichen Rahmenwerten liegen. Es entstehe auch eine erhebliche Lärmbelästigung durch die Toröffnung und Schließung,  und das bereits seit Jahren.

Der TV hat das Unternehmen Stelioplast und auch die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord als Regionalstelle der Gewerbeaufsicht sowie die Ortsgemeinde Binsfeld um Stellungnahmen gebeten.

Unternehmen Stelioplast als größter Arbeitgeber von Binsfeld beachtet selbstverständlich die zulässigen Emissionsgrenzwerte und ist kontinuierlich im Austausch mit den zuständigen Behörden, erklärt das Unternehmen auf TV-Anfrage.

Behörde Der SGD Nord ist die Thematik bekannt, sagt Sonja Marie Stasch, Pressesprecherin der SGD Nord.  Auf Grund der Beschwerde von Anwohnern habe die SGD Nord aktuell auch wieder in den letzten Tagen Lärmmessungen unternommen.  „Dabei wurden keine Überschreitungen der gesetzlich festgelegten Grenzwerte festgestellt.“

Am Tag könne somit eine sichere Einhaltung des Immissionsrichtwertes von 60 Dezibel festgestellt werden. Um in der Nacht Lärm durch Produktionsgeräusche zu vermeiden, habe die Firma die Aufgabe, Tore und Fenster geschlossen zu halten, erklärt die SGD Nord.

Ortsbürgermeister Seitdem auf dem Gelände des Unternehmens ein Gebäude abgerissen worden sei,  sagt Bürgermeister Walter Faber, sei es etwas lauter, der Lärm überschreite jedoch keine gesetzlichen Grenzwerte. Faber: „Der Produktionslärm ist da, bekannt und für die Anlieger unangenehm. Das kann ich verstehen, aber letztlich zählen ja die Parameter.“

Die Ortsgemeinde sei dennoch mit dem Unternehmen im Gespräch, sagt der Ortsbürgermeister, um gemeinsam neue Lärmschutzmaßnahmen zu erarbeiten.

Die bereits ins Gespräch gebrachte „Lärmschutzwand“ sei jedoch noch nicht umgesetzt.

Ortsbürgermeister Faber sagt, die Firma habe auch Lärmmessungen bei den betroffenen Bürgern angeboten. Faber. „Stelioplast mit rund 130 Mitarbeitern ist der wichtigste und größte Arbeitgeber unserer Gemeinde.“

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