Stets ein Lied auf den Lippen

HILSCHEID. Hoch soll er leben: Der Männergesangverein (MGV) 1886 Frohsinn Hilscheid feierte mit vielen Gästen und einer großen Gratulantenschar sein 120-jähriges Bestehen im voll besetzten Gemeindehaus.

In Amerika wird Coca-Cola als Medizin verkauft, Daimler-Benz hat gerade das erste Auto hergestellt, als sich im Jahre 1886 in Hilscheid 25 Männer entschließen, den Männergesangverein Frohsinn zu gründen. Sein erster Vorsitzender wurde Philipp Klein. 120 Jahre später stehen 18 Männer mit ihrem Dirigenten Oliver Bölsterling auf der Bühne des Gemeindehauses und begrüßen den voll besetzten Saal, mit dem Werk "Kling auf mein Lied". Hinter ihnen hängt die 1914 erworbene Vereinsfahne, auf der mit goldenen Buchstaben der heute immer noch gültige Leitspruch des Vereins "Sind wir von der Arbeit müde, ist noch Kraft zu einem Liede" aufgestickt ist. "Der Männergesangverein hat das kulturelle Leben in Hilscheid geprägt", sagt der Erste Vorsitzende Manfred Müller, der den Verein seit 29 Jahren im Sinne seiner elf Vorgänger führt. Weit über die Ortsgrenzen hinaus hat der Männergesang in all den Jahren "Hilscheid repräsentiert". "Alle 14 Tage sind wir früher zu Treffen und zu Wettstreiten gefahren", erinnert sich der 84-jährige Helmut Schmidt. Er ist das älteste Ehrenmitglied des Vereins, sang 62 Jahre lang den zweiten Bass. Sogar auf einem Lastwagen seien sie damals zum Sängerfest losgefahren. "Wo Hilscheid war, da war was los", erzählt Schmidt aus den goldenen Zeiten des Vereins. Mittlerweile plagen den Männergesangverein jedoch Nachwuchssorgen. Es gibt aber auch positive Nachrichten: Der 18-jährige Matthias Knippel ist dem Männergesang beigetreten. "Die Tradition muss einfach weiter gepflegt werden", sagt er, und will auch versuchen, einige seiner Freunde für den Chorgesang zu begeistern. "Der Chor ist sehr engagiert. Bei unseren Proben fehlt kaum jemand", lobt Oliver Bölsterling, der den Männergesangverein seit drei Jahren dirigiert. Alles andere als ein "einsames Glöcklein" war der Chor beim Jubiläumsfest. Befreundete und benachbarte Chöre überbrachten musikalische Blumensträuße zum Geburtstag. Landrätin Beate Läsch-Weber ehrte den Verein mit dem Wappenschild des Landes Rheinland-Pfalz. Auch Ehrungen standen an: Der erste Vorsitzende des Kreischorverbandes Bernkastel-Wittlich, Heribert Kappes, zeichnete Friedhorst Kling für 50 Jahre aktiven Chorgesang sowie Klaus Fetzer und Rudi Resch für 25 Jahre aktiven Chorgesang aus. "Heute haben wir Grund zur Freude, aber auch zur Besinnung", sagte Manfred Müller und gedachte derjenigen, die den Verein in seinen 120 Jahren geprägt und begleitet haben. Mit dem "Ungarischen Tanz Nr.6" beschlossen die Geburtstagskinder beim Festkommers ihr Programm und lauschten aufmerksam den Stimmen der Gastchöre.