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Projekt Klasse!: Steuerfragen, Brexit und Demografie

Projekt Klasse! : Steuerfragen, Brexit und Demografie

KLASSE!-Schüler-Pressekonferenz: Experten der Vereinigten Volksbank Raiffeisenbank beantworten Fragen von Schülern des Cusanus-Gymnasiums.

Wie funktionieren Rente und Sozialversicherungen? Für was gibt der Staat sein Geld aus? Wie wirken sich globale Entwicklungen auf regionale Firmen aus? Die rund 80 Schüler des Cusanus-Gymnasiums Wittlich aus den Klassen neun bis zwölf hatten ein randvolles Päckchen an Fragen für die Experten der Vereinigten Volksbank Raiffeisenbank geschnürt. Zum fünften Mal hatte der KLASSE!-Partner im Rahmen des Volksfreund-Schulprojekts diese Schüler-Pressekonferenz angeboten – und unter Federführung von Lehrer John Mac Nelly hatten sich vor allem die Oberstufen-Leistungskurse Sozialkunde sehr intensiv in diese Themen eingearbeitet.

Und so erfuhren die Schüler vieles aus der Praxis von Banken, angefangen vom Bereich Ausbildung bei der Vereinigten Volksbank Raiffeisenbank, den Silke Otten vorstellte, bis hin zur weiten Finanzwelt. „Hat der Beruf des Bankkaufmanns in Zeiten der Digitalisierung überhaupt eine Zukunft?“, lautete eine Schülerfrage. „Grundsätzlich wird alles digitalisiert, was digitalisiert werden kann, auch bei Banken“, antwortete Michael Hoeck, der VVR-Vorstandssprecher, aber: „Aber wir werden immer eine Beziehung von Mensch zu Mensch haben, spezielle Beratungen werden niemals durch künstliche Intelligenz erfolgen können.“

Praktisches Wissen erhielten die Schüler beim Themenschwerpunkt Steuern und Abgaben. Anhand eines realen Lohnbescheids erklärten Lisa Nett (Marketing) und Uli Schlösser, Bereichsleiter Individual- und Privatkunden, diese Thematik. Die Schüler erfuhren, dass die Umsatz- und Einkommenssteuer für die höchsten Einnahmen sorgen, und die Gewerbesteuer die wichtigste Geldquelle der Kommunen ist. Diskutiert wurde auch darüber, ob eine Grundrente Sinn macht, oder ob angesichts des demografischen Wandels in Zukunft die Beiträge zu Renten- und Pflegeversicherung sowie die Einkommenssteuer angehoben werden müssten. 2050 werden 32 Prozent der Menschen in Deutschland 64 Jahre und älter sein. „Trotz der Demografie und obwohl man nie mehr Geld ausgeben sollte als man einnimmt, müssen heute aber Investitionen in die Infrastruktur wie Mobilfunk, schnelles Internet und Bildung getätigt werden“, sagte Hoeck.

Deutlich weniger Auswirkungen erwarten die Bankexperten für die regionale Wirtschaft durch den ­Brexit: „Wir haben wenige Unternehmen als Kunden, die mit Großbritannien Geschäfte machen, und die sind vorbereitet“, sagte Hoeck. „Die Veranstaltung war eine tolle Möglichkeit für unsere Schüler, denn so wird nicht nur das Wissen, sondern auch das politische Bewusstsein der Schüler vergrößert“, lobte Lehrer Mac Nelly.