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Stift und Papier ermöglicht Kontakt mit Menschen in Seniorenheimen

Mutmacher : In schweren Zeiten Briefe schreiben

Beim Projekt Stift und Papier schreiben Menschen aus ganz Deutschland Briefe an ältere Menschen in Seniorenheimen. Der Hupperather Julian Hauth hat das Projekt mit Freunden in Köln gegründet.

Wie kann man auch in diesen Zeiten älteren Menschen in Senioren- und Pflegeheimen eine Freude bereiten? Die Frage hat sich eine Freundesgruppe aus Köln gestellt – unter ihnen der Hupperather Julian Hauth – und das Projekt „Stift und Papier“ ins Leben gerufen. Dabei können sich Menschen aus ganz Deutschland online registrieren, um einen handgeschrieben Brief an Bewohner in einem Senioren- oder Pflegeheim zu schicken. Durch die Besuchssperre hatten die älteren Menschen in den letzten Wochen weniger Kontakt zu anderen Menschen. Das Ziel des Projektes ist, ihnen durch die Briefe etwas Gutes zu tun.

„Die Bewohner sind nicht verpflichtet, auf einen Brief zu antworten. Es geht primär darum, ihnen eine Freude zu machen. Wenn daraus eine Brieffreundschaft entsteht, wäre das aber natürlich umso schöner“, sagt Julian Hauth, der die Gruppe mitgegründet hat. Das Feedback bisher sei durchweg positiv gewesen. Hauth: „Wir haben schon Bilder aus Einrichtungen bekommen, wo ein Tisch voller Briefe stand. Die Bewohner sahen immer sehr glücklich aus und konnten nicht glauben, dass ihnen fremde Menschen Briefe schreiben.“ Innerhalb der letzten sechs Wochen hätten sie schon über 10 000 Kontake vermittelt.

Die Idee sei ursprünglich von der Kölner Rennbahn gekommen. Die Galopprennsport-Legende Hein Bollow lebte in Köln in einem Seniorenwohnheim, und durch die Kontaktsperre habe er die Rennbahn nicht mehr besuchen können. Er habe den Aufruf gestartet, ihm in das Seniorenwohnheim Briefe zu schicken. In kürzester Zeit hätte sich eine große Anzahl an Menschen gemeldet. Hauth: „Daraus ist dann die Idee zu Stift und Papier entstanden. Wir haben im Freundeskreis angefangen, die Idee umzusetzen. Aktuell sind acht Leute dauerhaft mit dem Projekt beschäftigt.“

Auch bekannte deutsche Persönlichkeiten wie die Fußballer Emre Can und Timo Horn und Moderatoren wie Christine Westermann, Thomas Wagner und Thore Schölermann schreiben mit Stift und Papier Briefe.

„Um die Einrichtungen zu unterstützen gibt es mittlerweile auch eine Stift-und-Papier-Briefmarke und Papier, die den Seniorenheimen für die Briefe zur Verfügung gestellt werden“, erzählt Hauth. Besonders wichtig sei es nun aber, dass noch mehr als die bisher 100 Einrichtungen an dem Projekt teilnehmen. „Aktuell warten noch rund 6000 registrierte Menschen darauf, einem Bewohner zugeordnet zu werden und einen Brief zu verschicken. Deshalb wäre es wichtig, dass sich noch mehr Senioren- und Pflegeheime bei uns melden, zu denen wir Briefe vermitteln können.“

Sowohl interessierte Einrichtungen als auch Briefeschreiber können sich auf der Homepage www.stiftundpapier.org registrieren.