Stillstand und Ruhe nach dem großen Knall

Stillstand und Ruhe nach dem großen Knall

BITBURG. Nach der Magnesium-Verpuffung im Mötscher Wald ist wieder Ruhe im ehemaligen Munitionslager eingekehrt. Ob sich das ändert, hängt von einem Genehmigungsverfahren ab.

Was geschah im ehemaligen Munitionsdepot im Mötscher Wald, was hätte im Mötscher Wald passieren können und was wird im Mötscher Wald geschehen? Viele Fragen tun sich auf um das versteckt im Wald gelegene Gelände. Von der Ansiedlung der Firma Ordtech Industries GmbH erfuhren Kreisverwaltung Bitburg-Prüm und Stadt Bitburg erst nach dem Unfall Anfang Juli. Dies machte Landrat Roger Graef im Gespräch mit dem TV noch einmal deutlich. Er verwies zudem darauf, dass sich die Liegenschaft nicht im Zuständigkeitsbereich des Zweckverbands Flugplatz Bitburg befinde. Derzeit ruht der Betrieb bei Ortech

Bekannt ist den Behörden nach Graefs Auskunft, dass das Gelände zur Lagerung von Feuerwerkskörpern genutzt wird. "Am 28. Februar 2000 hat die Gewerbeaufsicht Trier der Firma Jakobs GmbH eine Genehmigung zur Lagerung von 800 Kilogramm Explosivstoffen erteilt", sagte Landrat Graef. Eine später bei der Kreisverwaltung beantragte Aufstockung der Lagerkapazität auf 199,999 Tonnen habe der Kreis hingegen abgelehnt. Diese Explosivstoffe werden auf dem gleichen Gelände gelagert wie die Materialien, die die Ordtech Industries GmbH nach Bitburg schaffen ließ. Es handele sich deshalb trotz gleicher Adresse um verschiedene Firmen. Wenn es um eine Genehmigung für die Firma Ordtech Industries GmbH geht, ist die Kreisverwaltung ebenfalls am Brett. Sie muss ein förmliches Verfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz vornehmen. Zudem ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig. Dies bestätigt auch die Struktur- und Genehmigungsdirektion Koblenz (SGD), zu der das Gewerbeaufsichtsamt gehört. Inzwischen hat die SGD der Firma erst einmal alle weitere Aktionen in Bitburg untersagt. Gegen die Ansiedlung hat inzwischen die im Bitburger Stadtrat vertretene Liste "Streit" Protest angemeldet. In einem Brief an Bitburgs Bürgermeister Joachim Streit sprach sich Fraktionschef Peter Berger für seine Gruppierung "vehement dagegen aus, dass in Bitburg Rüstungsgüter hergestellt werden dürfen. In dieser Frage hat für uns die Ökonomie nicht oberste Priorität." Auch Mitglieder der Bitburger Feuerwehr machen sich Gedanken. "Wir sind aus allen Wolken gefallen, als wir aus der Zeitung von der Verpuffung erfahren haben", sagt Kernstadt-Wehrführer Jürgen Dunkel. Seine Wehr war nicht zur Einsatzstelle gerufen worden. Hätte die Feuerwehr wie bei Bränden üblich gelöscht, hätte das auf das Magnesium treffende Wasser heftige chemische Reaktionen ausgelöst. Sand oder Metallbrandpulver wären laut Dunkel die richtigen Löschmittel gewesen. Der Wehrführer, der auch Mitglied des Gefahrstoffzugs des Kreises ist, sowie Wehrleiter Peter Götz monierten im Gespräch mit dem TV, dass bei der Vielzahl von Firmen in Bitburg nicht immer bekannt sei, welche Stoffe vorhanden seien und gelagert werden. Laut Werner Krämer, Sprecher der Stadt, gibt es eine entsprechende Datei, in der in den Firmen gelagerte Stoffe aufgeführt sind.