Stimmungsvoll und viel beklatscht

WITTLICH. Für viele Wittlicher ist das Adventskonzert in der Synagoge zur lieb gewonnenen Einstimmung auf die Weihnachtszeit geworden. Auch in diesem Jahr gab es keine freien Stühle mehr.

Innerhalb einer Woche waren sämtliche Eintrittskarten verkauft. Das Konzert am 1. Adventssonntag, gestaltet von vier Wittlicher Musikern, stimmt Alt und Jung alljährlich auf die Adventszeit ein. Das lassen sich die Säubrenner auch vom schlechten Wetter nicht vermiesen."Es ist für uns alle ein Ansporn, weiter zu machen mit der Musik", sagt Alexa Spielmann-Sips. Außer Anne Kaftan, die inzwischen den Arztberuf an den Nagel gehängt und die Musik zur Profession erhoben hat, standen auf der Bühne drei Menschen, die sich von anderen Berufen ernähren, für die die Musik dennoch eine wichtige Rolle im Leben spielt. Heinz Coen am Flügel gelang es vortrefflich, Gesang und Saxophonspiel "behutsam zu begleiten", wie Moderator Walter Feltes es ausdrückte. Dessen ausschweifende Textbeiträge zwischen den Stücken empfanden viele der Zuhörer allerdings als zu langatmig.Umso begeisterter der Applaus nach den musikalischen Beiträgen. Neben englisch- und deutschsprachigen Weihnachtsliedern präsentierten die Musiker Stücke rund um die Weihnachtszeit. Begonnen hatten Alexa Spielmann-Sips und Anne Kaftan mit einem stimmungsvollen "Meine Seele hört im Sehen" von Georg Friedrich Händel - ein Gedanke, der sich durch das ganze Konzert ziehen sollte. Wunderschön das Duett "Panis Angelicus" von Cesar Franck, in dem der Bariton von Sebastian Langner und der Spielmannsche Sopran erstmalig gemeinsam erklangen. Vor der Pause noch einmal Harmonie der beiden Stimmen im "Ave Maria" von Gaetano Donizetti. Auch vor dem Russischen schreckte Langner nicht zurück: Er hatte sich von einem, der die Sprache beherrscht, perfekt in sein Solo einweisen lassen.Zuhörer wiegten sich im Takt

Im vorletzten Part erklang die geballte Kraft der gesamten "musikalischen Mannschaft" zu englischsprachigen Weihnachtsliedern. Hier und da begannen die Zuhörer sich im Takt zu wiegen - immer ein gutes Zeichen. Nach einem von Feltes auf Landscheider Platt vorgetragenen Weihnachtsgedicht und dem obligatorischen "Stille Nacht, heilige Nacht" wollten die Besucher ihre Musiker noch nicht nach Hause entlassen: Engelbert Humperdincks "Abendsegen" erklang als eine der herbei geklatschten Zugaben.Wer das Konzert verpasst hat oder es noch einmal hören möchte: Am Freitag, 19. Dezember, stehen die vier Musiker im Bernkastel-Kueser Kurgastzentrum ab 19 Uhr noch einmalgemeinsam auf der Bühne.