St.Nikolaus-Hospital feiert Jubiläum
Bernkastel-Kues · Das St.Nikolaus-Hospital feiert Kirchweihe. Vor 550 Jahren wurde am Magdalenentag, 22.Juli die Kapelle konsekriert (lateinisch consecrare: weihen). Gleichzeitig wurde das Cusanusstift in seinen Dienst gestellt und nahm danach die ersten Bewohner auf. Mit einem Pontifikalamt am Samstag, 25. Juli, gedenkt das Hospital dieses besonderen Jubiläums.
Bernkastel-Kues. Im Jahre 1458 stiftete der berühmte Theologe Nikolaus von Kues, der bis zum Generalvikar in Rom aufstieg, das St.Nikolaus-Hospital. Gemäß der 33 Lebensjahre Christi auf Erden sollte hier 33 bedürftigen Männer über 55 Jahre, darunter sechs Geistliche und sechs Adlige, Wohnung und Unterhalt gewährt werden. Die spätgotische Kapelle, in der auch das Herz des Stifters ruht, gehört zu den schönsten Sakralbauten der Region, die Bibliothek zu den kostbarsten privaten Handschriftensammlungen der Welt.
Die Konsekrierung der Stiftskapelle erfolgte vor 550 Jahren. "Dieses Jubiläum wollen wir mit einem Gottesdienst und einer Begegnung feiern", sagt Rektor Leo Hofmann. "Zur Kirchweihe sind alle eingeladen, die sich dem Haus verbunden fühlen". Bibliothekar Marco Brösch hat dazu eine Dokumentation von Urkunden zusammengestellt, die auf diese Konsekration hinweisen.
Aus einer Urkunde von Papst Pius II. vom Februar 1459 geht hervor, "dass es einem würdigen Priester gestattet wurde, bis zur Weihe der Kapelle auf einem Tragaltar die Gottesdienste zu feiern". Denn Cusanus hatte die Absicht, selbst in seinen Heimatort Kues zurückzukehren, um seine Familienstiftung persönlich einzuweihen. Durch seinen plötzlichen Tod am 11. August 1464 gelang ihm dies aber nicht und Hospital, Kapelle und Friedhof waren immer noch nicht geweiht. Doch deutet die Übersendung von Reliquienpartikeln der "Zehntausend Märtyrer" an das Hospital im Jahre 1465 darauf hin, dass diese für die Kirch- und Altarweihe noch im gleichen Jahr gedacht waren. An welchem Datum und durch wen das Hospital geweiht wurde, ist nicht bekannt. Ein Schlussstein in der Kapelle mit einer Darstellung der Maria Magdalena und dem Salbgefäß ist ein Indiz dafür, dass die Kirchweihe möglicherweise an ihrem Gedenktag, dem 22. Juli, stattfand. "Auch auf den Gemälden der Rückseite des Altars, die heute an der Rückwand der Kapelle zu sehen sind, ist Maria Magdalena mit dem Salbgefäß dargestellt", bestätigt Rektor Hofmann. Im Totenbuch des Stiftes ist ebenfalls vom Magdalenentag als Kirchweihtag die Rede, wie Brösch weiter auflistet. Noch bis zum dritten Viertel des 18. Jahrhunderts wurde der Kirchweihtag am Festtag der "Heiligen Maria von Magdala" gefeiert, bis Rektor Stephan Schoenes das Fest 1770 vor allem aus Kostengründen zunächst einstellte. Ob der Kirchweihtag später wieder gefeiert wurde, lässt sich nicht genau ermitteln, auch wenn es Hinweise darauf gibt.
"550 Jahre Kirchweihe verdienen es daher, wieder besonders hervorgehoben zu werden", sagt Hofmann und lädt alle ein, dabei zu sein. mbl
Extra
Samstag, 25.Juli: 15.30 Uhr: musikalische Eröffnung in der Kapelle durch den Jugendchor St.Briktius, Leitung Dekanatskantor Dr.Michael Meyer 16 Uhr: Pontifikalamt in Konzelebration mit Abt Dr.Johannes Müller, Himmerod, anschließend Begegnung im Kreuzgang und Innenhof des Stiftes Ausstellung: Zum letzten Mal ist am Wochenende 25./ 26.Juli auch die aktuelle Ausstellung "Der Mensch als Kosmograph" zu sehen. Gezeigt werden kartographische Werke aus dem Umfeld des Nikolaus von Kues und aus der Bibliothek. Darüberhinaus werden die Stiftungsurkunde von 1458 sowie Urkunden über den Magalenentag als Kirchweihtag und einige Stiche ausgelegt. Geöffnet ist die Ausstellung am Samstag von 11 bis 15 Uhr und am Sonntag von 14 bis 18 Uhr mbl