"Strahlend und wissbegierig"

Internationaler Treffpunkt in Traben-Trarbach: In regelmäßigen Sprechstunden bieten ehrenamtliche Helfer Flüchtlingen Hilfe bei ihrer Eingewöhnung, bei der Bewältigung des Alltags und beim Spracherwerb an.

Traben-Trarbach. Pünktlich um 15 Uhr füllt sich der zentral gelegene Raum des Willkommenstreffs. Man begrüßt sich freundlich, meist mit mehr als "nur" Händedrücken. Die Kaffeemaschine läuft, der erste Kuchen wird angeschnitten. "Kaffee?" fragt Peter hinter der Theke.
Die Tische sind schnell voll besetzt. Ein kurzes Zeichen, schnell wird es ruhig, Heidi Ellrich-Caspari, eine der Initiatorinnen des Treffs, spricht zur Begrüßung. Zwei ehrenamtliche Mitmacher des Treffs übersetzen in Englisch und Arabisch. Danach wird an allen Tischen laut und gestenreich "gearbeitet": an der Vermittlung der deutschen Sprache.
Auf dem einen kleinen Merkzettel steht in exakt geschriebenen Buchstaben das Wort "Schrank", auf dem anderen "Licht", auf einem dritten "Tisch". Yvonne zeigt den Zettel, zeigt auf den Tisch, auf dem die Zettel liegen, spricht das Wort mehrmals vor, einer aus der Runde spricht das Wort nach. Auch die anderen in der Runde sprechen es nach. Während Yvonne zum nächsten Begriff geht, greift einer nach dem anderen nach dem Merkzettel und schreibt die Buchstaben schön säuberlich in seinen Block.
Yvonne erklärt: "Ich habe hier Menschen vor mir, die zum ersten Male mit unserer Sprache und unserer Schrift konfrontiert werden. Deshalb suche ich mir nach und nach die deutschen Wörter heraus, die für den Start die wichtigsten sind. Mein Unterrichtsmaterial dazu habe ich mir heute Morgen zurechtgeschnitten. Die Methode ist relativ einfach: hören, zeigen, nachsprechen, aufschreiben."
Der Willkommenstreff in Traben-Trarbach hat sich im Rahmen der Initiative "Ich bin dabei" unter der Bezeichnung "Bürgerhilfe" in der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach etabliert. Er hat das Ziel, weit mehr als nur Sprachvermittlung anzubieten. In regelmäßigen Sprechstunden bieten engagierte, ehrenamtliche Helfer Hilfe für Flüchtlinge bei ihrer ganz persönlichen Eingewöhnung, bei der Bewältigung des Alltags und beim Spracherwerb an.
Heidi Ellrich-Caspari: "Die jungen Menschen kommen strahlend und sehr wissbegierig zu uns und möchten unbedingt jetzt Deutsch lernen. Der gegenseitige Austausch bedeutet sowohl für die Lernenden als auch für die Lehrenden eine große Bereicherung. Unser Sprachunterricht soll den Einstieg in das Sprachförderprogramm des Landkreises bilden, das bei den der Volkshochschule umgesetzt wird." red