Strampeln, klatschen, bummeln

THALFANG. Bei angenehmen Temperaturen und vor einem begeisterten Publikum traten am Sonntag 800 Teilnehmer des fünften Erbeskopf-Marathons in die Pedale, um den höchsten Berg in Rheinland-Pfalz zu bezwingen. Zahlreiche Besucher beobachteten nicht nur das Rennen, sondern bummelten über die Märkte oder durch die Geschäfte.

"Zehn, neun, acht, sieben..." - gemeinsam mit Moderator Markus Appelmann zählen die Zuschauer im Startbereich des fünften Erbeskopf-Marathons herunter. Beim Schuss von VG-Bürgermeister Hans-Dieter Dellwo treten etwa 500 Fahrer in in die Pedale. Nicht nur die wackeren Sportler, vor denen 65 Kilometer sportliche Herausforderung liegen, setzen sich in Bewegung. Auch die Zuschauer machen sich auf die Beine: Denn in nur wenigen Minuten können sie das dann bereits auseinander gezogene Feld nochmals erleben, und zwar in traumhafter Kulisse rund um den See. Das ist ein Novum beim fünften Erbeskopf-Marathon der Sportfreunde Thalfang: Alle drei Rennen - 35, 65 und 90 Kilometer - führen in einer Schleife um das Gewässer im Kurpark herum. Um das zu ermöglichen, bauten die Veranstalter eigens eine Rampe. Als das Motorrad an der Spitze des Trosses in Sicht kommt, beginnen die Zuschauer, darunter natürlich viele Angehörige und Freunde, zu applaudieren. Den besten Platz hat sich übrigens Gunnar Gerlach von den Organisatoren gesucht. Er sitzt in einem Schlauchboot mitten im See und kann so die Großveranstaltung filmen. An der Streckenführung ist weiter gefeilt worden. Ein langer Wiesenweg war 2005 weniger gut angekommen, sagt Peter Hubert dem TV. Kurzerhand wurde er in diesem Jahr herausgenommen. Die Teilnehmer, die die Radsportveranstaltung aus den Vorjahren kennen, sind voll des Lobes. Als "anspruchsvoll, aber sehr gut" bewerten Gero Klein aus Hennweiler und Rodo Lück aus Sulzbach an der Murr den Radsport-Event im Hunsrück. "Mit dem hohen Geländeanteil ist die Strecke einfach toll", schwärmen die Blankenheimer Elli Hilger und Albert Pfeil, die sich mit einer Extraportion Nudeln für den Parcours fit gemacht haben. Doch der Event in Thalfang, der aus dem Terminkalender vieler Mountainbiker bis nach Belgien und in die Niederlande nicht mehr wegzudenken ist, hat weitere Pluspunkte. Die Kölnerin Stephanie Esper, die gemeinsam mit ihren Zwillingen Julia und Vanessa ihren Mann begleitet, freut sich vor allem über das Rahmenprogramm. Für die Kinder wird allerhand geboten. Und sie selbst nutzt die freien Stunden zum Bummeln über den Ersten Markt, den Handwerkermarkt und in die Geschäfte: "Wenn ich was Schönes sehe, werde ich sicher zugreifen." Denn die Einzelhändler nutzen wie in den Vorjahren die hohe Frequenz im Ortskern und laden zum verkaufsoffenen Sonntag ein. Elisabeth Breit von "Lisas Moden" hat in den Vorjahren gute Erfahrungen gemacht: "Viele kamen zum ersten Mal in mein Geschäft." Nicht nur Händler, Fahrer und Besucher sind erneut angetan von der guten Organisation. Auch die Polizei hat nichts zu meckern - im Gegenteil. "Wie im Vorjahr läuft alles super", freut sich Rainer Kurz von der Polizeiinspektion Morbach. Damit das so ist, sind allerdings mehr als 200 Leute im Einsatz: bei der Ausgabe der Startnummern, in der Küche und am Kaffeestand. Vor allem auf der Strecke ist verstärkte Präsenz angesagt. "Der eine oder andere war im Vorjahr vom Kurs abgekommen und hatte so abgekürzt. Aber wir wollen niemandem Absicht unterstellen", erklärt Hubert diplomatisch. Und das könne in diesem Jahr mit besserem "Controlling" nicht mehr passieren.