Straße für Fußgänger oder Autos?

Straße für Fußgänger oder Autos?

TRABEN-TRARBACH. Soll die Brückenstraße gesperrt werden? Wie, wann und wie lange? Darüber hat der Stadtrat schon unzählige Male diskutiert. Vor einigen Jahren einigte man sich auf einen Kompromiss: Während der Saison wird die kleine Einkaufsstraße nur an Wochenenden für den Verkehr gesperrt. Doch diese Lösung wird wieder in Frage gestellt. Eine Bürgerversammlung soll nun Klarheit bringen.

Zurzeit ist viel los in der Ferienregion Mosel. Die Gäste zieht es in die Dörfer und Städtchen, sie genießen bei Sonnenschein Wein und Federweißen und bummeln gut gelaunt durch die Gässchen. In Traben-Trarbach ist die Brückenstraße attraktiv für Gäste und Einheimische - als kleine, aber feine Einkaufsmeile und als Ziel, um in einem der Cafés oder Restaurants einzukehren. Doch das Vergnügen ist getrübt. An Werktagen dürfen auch Autos, Mopeds und Kleintransporter die Straße benutzen, was das Einkaufs- und Bummelerlebnis stark beeinträchtigt. Immer wieder gab es Vorstöße, die Brückenstraße in eine autofreie Fußgängerzone umzugestalten. Vor drei Jahren einigte man sich nach heftigen Diskussionen schließlich auf einen Kompromiss: Die Brückenstraße wird während der Saison (April bis Ende Oktober) an Wochenenden für den Verkehr gesperrt, an allen anderen Tagen dürfen Autos und Mopeds durchfahren. Außerdem wurden vor Jahren mehrere Schwellen in der Fahrbahn angebracht, die die Fahrer dazu zwingen, nur im Schritttempo durchzufahren. Sowohl die Schwellen als auch die zeitlich begrenzte Fußgängerzone missfallen nun aber vielen Bürgern. Über die Schwellen ärgern sich manch ältere Einwohner, weil sie eine Stolpergefahr darstellen, Radfahrer kurven oft um die Barrieren. Auf einer Stadtratssitzung im Sommer kritisierte ein Geschäftsmann aus der Brückenstraße die derzeitige Regelung. Die CDU-Fraktion hatte nun das Thema noch einmal in den Stadtrat eingebracht. Beschlossen wurde nichts, dafür einigte man sich darauf, noch in diesem Jahr eine Bürgerversammlung abzuhalten, in der alle - betroffene Geschäftsleute, Anwohner, aber auch jeder andere Traben-Trarbacher - ihre Meinung äußern können."Die Leute sollen sich äußern"

CDU-Fraktionssprecherin Jutta Schneider: "Der damals gefundene Kompromiss war eine relativ gerechte Lösung. Wenn es aber andere Meinungen gibt, sind wir offen für neue Vorschläge." Zum Thema Schwellen meint Jutta Schneider: "Diese jetzt wieder abzumontieren, wäre ein Rückschritt. Sie haben zu einer Verkehrsberuhigung beigetragen." SPD-Sprecher Hans-Joachim Weinmann hält es hingegen für erforderlich, die Straße während der Saison an allen Tagen für den motorisierten Verkehr zu sperren. Ausnahmen zur Belieferung von Geschäften müssten allerdings möglich sein. Weinmann ist für die Fußgängerzone, die Bedenken einiger Geschäftsleute kann er nicht ganz teilen. Weinmann: "Ich glaube nicht, dass ein Kunde weniger kommt, wenn er nicht bis an die Ladentür fahren kann. Man sollte vielmehr die Vorteile sehen." Weinmann erinnert an den letzten verkaufsoffenen Sonntag mit autofreier Brückenstraße im Oktober. Damals sei die Brückenstraße sehr belebt gewesen. Weinmann: "Sie war der Mittelpunkt in der Stadt." Der Sprecher der FWG-Fraktion, Rudolf Brixius, hält eine Bürgerversammlung zu dieser Frage für sehr sinnvoll. Brixius: "So wie es jetzt gehandhabt wird, funktioniert es offenbar nicht. Die Leute sollen sich dazu äußern." Stadtbürgermeisterin Heide Pönnighaus sieht die derzeitige Regelung ebenfalls kritisch. Sie könne nur funktionieren, wenn sich die Autofahrer auch daran halten würden. Aber dies sei leider nicht der Fall. Viele benutzten die Brückenstraße als Durchfahrtstraße, um einige 100 Meter abzukürzen. Pönnighaus: "Man muss den Leuten ins Bewusstsein bringen, dass sie nur rein fahren sollen, wenn es auch wirklich notwendig ist." Ende November oder Anfang Dezember dieses Jahres wird es nun, so hat es der Stadtrat beschlossen, eine Bürgerversammlung geben, damit Anwohner, Geschäftsleute und Bürger ihre Wünsche äußern können. Die Veranstaltung wird vom Trierischen Volksfreund moderiert.