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Straßen, Schlepper, Spielplätze - Brauneberg investiert

Straßen, Schlepper, Spielplätze - Brauneberg investiert

Trotz angespannter Haushaltslage investiert Brauneberg weiter in die Infrastruktur der Gemeinde. Im Ortsteil Hirzlei beginnt der Straßenausbau, die Spielplätze werden generalsaniert, und die reparaturanfälligen Gemeindeschlepper werden endlich durch neue ersetzt.

Brauneberg. Im Mai werden im Brauneberger Ortsteil Hirzlei erneut die Bagger anrollen. 330 000 Euro stehen im aktuellen Haushalt für den Ausbau der seit 2009 kanalisierten Dorfstraße bereit. Insgesamt werden rund zwei Millionen Euro in die erstmalige Kanalisierung und den Straßenausbau im Ort investiert (der TV berichtete). Die Arbeiten werden ein mehr als zehn Jahre währendes Projekt beenden: den Ausbau der durch Brauneberg führenden Bundesstraße sowie der mit neuen Kanal- und Wasserrohren bestückten Nebenstraßen. Das spiegelt sich auch in den Schulden der Gemeinde von rund 1,03 Millionen Euro (Stand Ende 2010). Die 1200 Bürger sind folglich pro Kopf mit 850 Euro verschuldet (Landesschnitt 393 Euro).
Eine daher immer wieder verschobene Investition ist der Kauf zweier Traktoren, die abzüglich erwarteter Erlöse für die alten Fahrzeuge 57 000 Euro kosten sollen. Außerdem beteiligt sich Brauneberg mit 10 000 Euro an der Erweiterung der Kindertagesstätte Veldenz. Die Vergrößerung des Wohnmobilstellplatzes soll 5000 Euro kosten.
Zur Finanzierung aller Vorhaben wird ein Kredit von 340 000 Euro benötigt. Laut Ortsbürgermeister Klaus Denzer ist daher "sparen angesagt", was aber nicht zulasten der Kinder gehen soll. Trotz der angespannten Haushaltslage hält die Gemeinde an der Sanierung ihrer Spielplätze fest.
Bei Kindern wird nicht gespart


Das Defizit des Ergebnishaushalts erschwert solche Pflichtaufgaben zunehmend. Bei 1 438 100 Euro Erträgen und 1 611 200 Euro Aufwendungen fehlen 173 100 Euro. Der Betrag resultiert insbesondere aus den seit Einführung der kaufmännischen Buchführung (Doppik) zu buchenden Wertminderungen des Gemeindevermögens (Abschreibungen). 2011 belasten sie mit 373 800 Euro, denen keine realen Kosten gegenüberstehen. Hoffen lässt die anziehende Konjunktur, die 2011 höhere Gewerbe- und Einkommenssteuereinnahmen in Aussicht stellt. Nach 82 510 Euro im Jahr 2009 und 151 000 Euro im Jahr 2010 werden nun 288 300 Euro erwartet. Laut Kämmerer Günter Wagner sinken im Gegenzug jedoch die Schlüsselzuweisungen des Landes. Brauneberg erhält rund 66 000 Euro weniger als ein Jahr zuvor, wird aber auch um 21 000 Euro geringere Umlagen an Kreis und Verbandsgemeinde zahlen müssen.
Damit die Gemeinde künftig nicht drauflegen muss, empfahl Kämmerer Wagner, den neuen Berechnungsgrundlagen des Landes mit höheren Steuersätzen zu begegnen. Die Grundsteuer B für private Grundstücke sollte von 320 auf 338 Prozentpunkte angehoben werden, die Gewerbesteuer von 350 auf 357 Prozent. Unternehmen könnten dies bei ihrer Steuererklärung geltend machen, so dass es sie nicht belaste. Privateigentümer müssten pro Jahr zwölf bis 20 Euro mehr bezahlen. Auf Wunsch des Gemeinderates, der den Haushalt einstimmig beschloss, bleiben die Sätze jedoch vorerst unverändert. urs