Straßenbau bedeutet Aus für Hunsrück-Grill

Straßenbau bedeutet Aus für Hunsrück-Grill

Bis zum Ende des Monats muss Gastwirt Imam Günes seinen Hunsrück-Grill neben dem Oderter Haus räumen. Der Landesbetrieb Mobilität benötigt das Gelände für vorbereitende Arbeiten zum Ausbau der Hunsrückhöhenstraße (der TV berichtete).

Odert. Was für die Autofahrer bessere Überholmöglichkeiten verspricht, ist für den Grillinhaber Imam Günes das Ende. "Ich weiß nicht, wovon ich künftig leben soll. Als 57-Jähriger bekomme ich doch nirgends mehr Arbeit", sagt er.
Was ist passiert? Günes ist vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) aufgefordert worden, seinen Hunsrück-Grill an der Hunsrückhöhenstraße neben dem ehemaligen Gasthaus Oderter Haus abzubauen. Grund sind die vorbereitenden Arbeiten zum dreispurigen Ausbau der Hunsrückhöhenstraße zwischen den Abfahrten nach Odert und Birkenfeld auf einer Länge von 1800 Metern.
Spätestens bis zum 1. September müssen die vier Container, in denen die Räume des Grills untergebracht sind, abtransportiert sein. Zum gleichen Datum endet die Sondernutzungserlaubnis für die Ausfahrt von der Hunsrückhöhenstraße zum Parkplatz vor dem Imbiss.
Günes hat 2004 den Hunsrück-Grill gekauft. Zu den beiden bestehenden Containern hat er zwei hinzugebaut und einen Biergarten angelegt. Die letzte Investition erfolgte 2010, als der Inhaber des Hunsrück-Grills 10 000 Euro für die Abtrennung eines Raucherraums zahlte. Insgesamt hat Günes eigenen Angaben zufolge 100 000 Euro in das Anwesen gesteckt. Die Fläche hatte er von der Familie Stein, der das 2,5 Hektar große Gelände gehört, bis 2011 gepachtet. "Wir haben den Vertrag nicht verlängert, weil wir damals schon überlegt hatten, das Grundstück zu verkaufen", sagt Dorothea Stein.
Im Dezember 2012 ging das Gelände in das Eigentum der Bundesrepublik Deutschland über und wird vom LBM verwaltet. Günes Hunsrück-Grill wurde nach Ablauf des Mietvertrages von den beiden Grundstückseigentümern geduldet, aber jetzt setzt der LBM dem ein Ende.
Denn unabhängig von dem Zeitpunkt des tatsächlichen Baubeginns der Kreuzungsanlage benötige der LBM einen zeitlichen Vorlauf, um das Grundstück für den Ausbau der Straße vorzubereiten, sagt Behördenleiterin Edeltrud Bayer. Dazu gehörten der Abriss des Gebäudes Oderter Haus sowie die Demontage der Versorgungsleitungen zu den Containern. Diese Arbeiten sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. "Aus unserer Sicht ist es deshalb nicht sinnvoll, den Imbiss von Herrn Günes nach einer Karenzzeit von 2,5 Jahren über den 1. September 2013 hinaus weiter zu betreiben", sagt Bayer.
Günes hatte bisher die Hoffnung, dass er den LBM dazu bringen könnte, den Hunsrück-Grill wenigstens bis zum Beginn der Bauarbeiten betreiben zu können. Doch dies scheint nach den neuesten Auskünften des LBM ausgeschlossen. Günes: "Ich habe kein Geld, um die Container abtransportieren zu lassen, und ich habe keinen Platz, wo ich sie wieder aufstellen kann. Ich weiß nicht, was ich machen kann." cst

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