1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Straßenbau im Kreis Bernkastel-Wittlich: Drei Projekte werden teurer

Infrastruktur : Straßenbau im Kreis Bernkastel-Wittlich: Drei Projekte werden teurer

(will) Es ist ein Dauerbrenner, wenn es darum geht, dass Kosten sich vermehren: der Burgbergtunnel und seine Fluchtröhre. Zuletzt wurde im Oktober 2019 bekannt, dass die Kosten für das Projekt steigen.

Der Grund dafür war damals die Verwechslung von Quadrat- und Kubikmetern in der Ausschreibung, die erst aufgefallen war, als es nicht mehr zu ändern war. Die von der ausführenden Firma aufgrund dessen angekündigte Preissteigerung lag damals bei rund 950 000 Euro. Darüber hinaus kam es zu Mehrkostenanmeldungen von etwa 300 000 Euro, die auf zusätzliche Leistungen zurückzuführen waren, die sich erst im Zuge der Bauarbeiten ergaben. Hinzu kamen geringe Zusatzkosten von 100 000 Euro. Machte insgesamt etwa 1,35 Millionen Euro mehr. Insgesamt wurden die Kosten für das Projekt damals auf 9,25 Millionen Euro festgelegt statt der ursprünglich eingeplanten 6,8 Millionen Euro. Ob es bei den 9,25 Millionen Euro bleibt, ist allerdings noch nicht klar, denn derzeit fehlt noch eine Schlussrechnung der ausführenden Firma.

Neben der Fluchtröhre im Burgbergtunnel wird auch die Instandsetzung einer Stützmauer an der K 53 bei Kesten teurer. Grund dafür ist, dass anstelle des vorgesehenen Spritzbetons ein mehrlagiges Beschichtungssystem auf die Mauer aufgebracht werden musste, da sich erst im Verlauf der Sanierungsarbeiten herausgestellt hat, dass der Spritzbeton auf der Mauer keine ausreichende Haftung gehabt hätte, da bei einer früheren Instandsetzung verwendetes Material als Untergrund nicht geeignet gewesen wäre für die Spritzbetonschicht.

Die Mehrkosten liegen hier etwa bei 30 000 Euro.

Ebenfalls teurer wird die Sanierung der K 40/136 von der K 69 bis zur L 43 bei Dodenburg. Mehrkosten waren bereits durch die erforderliche Kampfmittelräumung entstanden (wir berichteten). Zusatzkosten sind noch entstanden, weil über weite Abschnitte zunächst der pechhaltige Oberbau und der Basaltschotter abgetragen und in ein nahegelegenes Zwischenlager gebracht werden mussten. Aufgrund des hohen Eisengehalts dieser Schichten wäre ansonsten eine Sondierung nach Kampfmitteln nicht verlässlich möglich gewesen, wie es in der Vorlage zur zurückliegenden Kreisausschusssitzung heißt.

Ob und in welcher Höhe die Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (Bima) die Kosten für den Kampfmittelräumdienst erstattet, ist noch ungewiss. Doch davon hängt auch die Landesförderung ab: Von dort ist eine Aufstockung der Förderung erst beabsichtigt, wenn eine Entscheidung der Bima vorliegt. Bis dahin musste der Landkreis mit etwa 950 000 Euro aus dem Haushalt 2020 in Vorlage treten