Straßensprecher für die Wittlicher Innenstadt

Straßensprecher für die Wittlicher Innenstadt

Wittlichs Innenstadt hat 146 Einzelhändler und Gastronomen. 46 davon sind im Verein Stadtmarketing Wittlich engagiert. Das sind zu wenige, um die Interessen zu bündeln, ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu schaffen. Um dem abzuhelfen, sollen insgesamt neun neue Sprecher, einer je Platz oder Einkaufsstraße, im Stadtzentrum eine unkomplizierte Schnittstelle zwischen Verein und Geschäftsleuten schaffen.

Wittlich. 154 Mitglieder hat Wittlichs 1999 gegründeter Stadtmarketingverein. 36 Kaufleute aus der Innenstadt machen mit.
Die Nichtmitglieder nennen als Gründe: "zu teuer, kein Nutzen, kein Nachteil bei Nichtmitgliedschaft". Das wurde deutlich, als im Auftrag der Stadtverwaltung 81 Einzelhändler befragt wurden. Davon hatten zwei Drittel bislang dem Verein die kalte Schulter gezeigt.
Das soll sich ändern, denn nur als Mitglied eines Vereins kann man ihn ändern und auf neue und viele Füße stellen.

Eine gemeinsame Marschrichtung ist zwar noch nicht gefunden, jedoch vielleicht ein Weg dahin. Für Wittlichs Kernbereich hat der Stadtmarketingverein Straßensprecher gesucht und gefunden.
Ob Burg- oder Neustraße, Marktplatz oder Einkaufszentrum: neun Freiwillige als Schnittstelle zwischen Verein und Geschäftsleuten haben sich gemeldet, und ein Drittel davon ist kein Mitglied im Stadtmarketingverein.
Dies sind:
Schloßgalerie: C&A/Kremer, Neustraße: Sport Schmitz/Schmitz, Marktplatz: Seidel\'s Mode/Seidel, Himmeroder Straße: Metzgerei Illigen/Illigen, Platz an der Lieser: Nanu/Schmitt, Pariser Platz: alltours/Kammerer, Schloßplatz: Wäscherei Krämer/Krämer, Karrstraße: Restaurant Daus/Daus und Burgstraße: Buchhandlung Rieping/Scheid.
Diese neun Geschäftsleute sollen allgemein die Kommunikation untereinander verbessern und eine Verbindung zum Verein und dessen Aktivitäten schaffen.
Die Aufgabe der Sprecher, die sich die innerstädtischen Kaufleute gewünscht haben, wird laut Karsten Mathar vom Stadtmarketingverein sein, neue Ideen zu initiieren, Termine im nächsten Jahr abzusprechen, generell die Nachbarschaft über anstehende Aktionen zu informieren. Kurz, auf direktem Weg für ein besseres Miteinander zu sorgen.
Erstes Treffen am 30. August


Dazu sollen die Straßensprecher auch ein kleines Budget erhalten, teilt Karsten Mathar auf TV-Nachfrage mit.
Ein erstes gemeinsames Treffen wird am Dienstag, 30. August, bei der Stadtverwaltung sein.
Der Stadt selbst ist am Erfolg des Vereins gelegen. Sie lässt sich das 50 000 Euro im Jahr als Zuschuss kosten. Hauptziel ist, vereinfacht gesagt, den guten Ruf Wittlichs nach außen zu tragen, die Stadt als attraktive Marke zu etablieren und zu stärken.
Das ist ein Prozess und keine einmalige Angelegenheit. Um beispielsweise herauszufinden, wie Wittlich aus Kundensicht wahrgenommen wird, soll noch im August eine Umfrageaktion beginnen. Im Zuge seiner Bachelorarbeit will ein Student der Betriebswissenschaft an der Fachhochschule Trier klären, wie die Einkaufsstadt von ihren Besuchern beurteilt wird. Details müssten noch mit dem betreuenden Professor besprochen werden, heißt es.
Der Stadtmarketingverein will dazu gemeinsam mit der Stadt Druck- und Sachkosten für die Arbeit übernehmen. Eine solche Arbeit würde die bereits erfolgte Befragung der Geschäftsleute ergänzen und die Gegenperspektive abdecken. Die Ergebnisse der Befragung der Geschäftsleute hat die Stadtverwaltung ins Internet gestellt. Sie ist zu finden unter www.wittlich.de/wirtschaft/marketing/Einzelhaendlergespraeche
Erste Ergebnisse der Kundenbefragung werden für die anstehende Jahreshauptversammlung des Stadtmarketingvereins erwartet. Der Termin steht fest: Donnerstag, 27. Oktober, 19.30 Uhr, Hotel Lindenhof. 67 zahlende Mitglieder (von insgesamt 154) hat der Stadtmarketingverein in Wittlichs Zentrum. Davon sind 36 Kaufleute meist inhabergeführter Geschäfte. Etwas mehr als die Hälfte engagiert sich aktiv in der IG Kaufmannschaft. Filialisten - also Vertreter von Ketten - dürfen sich zum Teil nicht einbringen. Hinzu kommen 21 Dienstleister (Apotheken, Versicherungen, Banken) und zehn Gastronomen. Von letzteren beteiligt sich die Hälfte ebenfalls in der IG Gastronomie: Das sind fünf Mitglieder. Für die Innenstadt organisiert der Stadtmarketingverein unter anderem die verkausfoffenen Sonntage mit Frühlings- und Herbstmarkt, die Einzelhändler- und Kinderflohmärkte, Werbung und Ähnliches. sos