Immobilie: Straußenfarm und Klostercafé in Bengel stehen zum Verkauf

Immobilie : Straußenfarm und Klostercafé in Bengel stehen zum Verkauf

Christoph Engels will sein Anwesen veräußern, um als Künstler mehr Zeit für Straßentheater, Varieté und Zirkus zu haben.

Das Projekt, das Christoph Engels bei Bengel im idyllischen Alftal realisiert hat, ist einzigartig in der Region. Mit seiner Straußenfarm, dem Klostercafé, Hofladen, dem Mosel-Jonglier-Festival, Zirkusaufführungen und anderen außergewöhnlichen Veranstaltungen hat er ein außergewöhnliches Konzept umgesetzt. Doch nun will der 50-Jährige die gesamte Immobilie, die mit viel Herzblut, Fleiß, Ideen und Geld zu einem Anziehungspunkt gemacht hat, wieder verkaufen.

Ein unabhängiger Gutachter hat den Preis auf 1,585 Millionen Euro angesetzt. In der Beschreibung des Maklers heißt es unter anderem: vielseitige landwirtschaftliche Immobilie, Wohnhaus, Nebengebäude mit Hofladen, Café, Seminarräume, Stallungen und Scheunen, umgeben von Bachläufen und Wassermühlen, Grundstück 9,6 Hektar, wobei eine weitere Fläche von 5,7 Hektar zusätzlich erworben werden kann.

Der aus Kröv stammende Christoph Engels hat das Anwesen im Jahr 2010 von der Familie Schlöder gekauft, die dort am Alfbach bis 1980 eine Getreidemühle betrieben. Die Ortsgemeinde Bengel kaufte die einst zum Kloster Springiersbach gehörende Klostermühle, sanierte sie und machte sie mit den historischen Gerätschaften für die Öffentlichkeit zugänglich.

Im September 2015 wurde die fast 300 Jahre alte Springiersbacher Klostermühle als Kulturdenkmal eingeweiht.

Auch die anderen Gebäude, wie Wohnhaus und Nebengebäude, waren in einem äußerst schlechten Zustand. Engels sanierte sie, riss die alten Silos ab, gestaltete den Innenhof, baute ein Klostercafé mit Veranstaltungsräumen, verlegte neue Strom- und Abwassserleitungen und legte Wege an.

Vor knapp fünf Jahren begann er dann mit der Zucht von Straußen. Bis zu 100 Tiere hielt er auf dem idyllischen Anwesen am Ortsrand von Bengel. Die Idee: Landwirtschaft für Erwachsene und Kinder erlebbar machen.

Inzwischen hat er seine Tätigkeit als Straußenfarmer etwas zurückgefahren, auch die Zahl größerer Veranstaltungen ist weniger geworden. Engels hat sich entschieden, seiner eigentlichen Passion als Artist und Varieté-Künstler mehr Zeit zu widmen.

In der internationalen Zirkus- und Varietészene ist er inzwischen ein bekannter und gefragter Künstler. Engels „Den Hof zu betreiben ist ein Fulltimejob, beides gleichzeitig gut zu machen, geht nicht.“

Inzwischen ist er als Künstler – sein Markenzeichen sind die knallrot gefärbten Haare – so gut gebucht, dass er an 200 Tagen unterwegs ist. Er bietet abendfüllende Programme an, tritt auf Messen, im Zirkus oder auf großen Privatfeiern auf.

Engels sagt: „Ich habe die Straußenfarm, das Klostercafé aufgebaut. Damit kann ich mich identifizieren, Landwirtschaft macht mir sehr viel Spaß. Im Alftal ist ein kleines Paradies entstanden, das man natürlich nicht gerne wieder aufgibt. Aber ich bin realistisch. Ich will in Zukunft als Künstler wieder mehr Zeit haben.“

Engels will sich Zeit lassen. Es gebe bereits Anfragen, er wolle aber nicht gerne das Anwesen an einen Spekulanten verkaufen, der nur sein Geld anlegen wolle.

Der bald ehemalige Betreiber der Immobilie wünscht sich, dass es dort auch weiterhin „etwas Sinnvolles“ gibt. Und er würde auch, wenn es passt, seine Ideen mit einbringen. Seinen Hauptwohnsitz will er weiterhin in der Region behalten.

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