Streetworker für randalierende Jugendliche

Streetworker für randalierende Jugendliche

Auch nach dem Einsatz eines privaten Sicherheitsdienstes in der Simmerner Stadtmitte sehen viele Kommunalpolitiker noch weiteren Handlungsbedarf. Sie setzen auf einen professionellen Sozialarbeiter.

Simmern. In Simmern soll sich ein sogenannter Streetworker mit auffällig werdenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen befassen. 40 000 Euro werden dafür im Haushalt bereitgestellt. Das haben alle Fraktionen im Stadtrat einstimmig beschlossen. Entsprechende Anträge hatten die Freien Wähler sowie die Liberalen gestellt. Rückblick: In der Vergangenheit wurden immer wieder Klagen aus der Bevölkerung über randalierende und pöbelnde Jugendliche laut. Oft spielen dabei Alkohol oder Drogen eine Rolle.

Besonders in der City, zum Beispiel an der Hunsrückhalle oder auf dem Brühlplatz, aber auch in abgelegenen Randgebieten wie dem Simmersee fühlen sich viele Menschen belästigt, es kommt immer wieder zu kleineren Sachbeschädigungen.

Um diese Sache in den Griff zu bekommen, hatte die Stadt Ende Oktober einen privaten Sicherheitsdienst, sogenannte Schwarze Sheriffs, beauftragt, Ende Januar soll ausgewertet werden, ob der Einsatz erfolgreich war.

FDP wie auch Freie Wähler erhoffen sich durch den Einsatz eines Streetworkers mehr Ruhe in der Stadt. In einem Punkt unterscheiden sich aber die Anträge der beiden Fraktionen: Die Liberalen fordern den Einsatz eines Streetworkers zusätzlich zu den "Schwarzen Sheriffs", die Freien Wähler glauben, mit dem Einsatz einer pädagogischen Fachkraft auch ohne Sicherheitsdienst auskommen zu können. Beide möchten aber erst einmal die Auswertung des Pilotprojekts abwarten. "Mit der Problematik beschäftigen wir uns schon länger", berichtet der Fraktionssprecher der Freien Wähler, Stefan Wickert, "wir wissen, dass wir in diesem Bereich etwas tun müssen. Ich glaube aber nicht, dass der Einsatz von Schwarzen Sheriffs eine Lösung darstellt. Sie können die Jugendlichen nur wegschicken - und die treffen sich dann an einem anderen Ort. Außerdem sind das keine ausgebildeten Pädagogen, da müssen Fachleute ran. Die Schwarzen Sheriffs stoßen nicht nur bei einem Großteil der Bevölkerung, sondern auch bei der Polizei auf Unverständnis."

Den Jugendlichen eine Perspektive bieten



Wickert verweist auf gute Ergebnisse in Frankfurt/Main und in Rhaunen. Gerade bei den Hunsrücker Nachbarn wurden durch den Einsatz eines Streetworkers bemerkenswerte Ergebnisse erzielt. Über lange Zeit hielten dort randalierende jugendliche Aussiedler die Bevölkerung in Schach. Mittlerweile ist in Rhaunen wieder Ruhe eingekehrt. Auch die FDP ärgert sich über "abendliche Trinkgelage von Jugendlichen". Fraktionssprecher Hans Eckhard Gallo nannte in der jüngsten Ratssitzung einzelne Beispiele von Sachbeschädigungen und verwies darauf, dass solche Jugendlichen auch schädlich für die Geschäfte der Innenstadt seien.

Er fordert zum einen eine bessere Ausleuchtung der bekannten Treffpunkte, zum anderen ein adäquates Angebot an Aufenthaltsorten für den Nachwuchs.

Mehr von Volksfreund