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Streifzug bei Hasborn im Sammetbachtal: Wandern zur Kupfergrube

Streifzug : Eine Wanderung durchs wilde Wolfsgebiet

Im Sammetbachtal bei Hasborn wirkt der Wald noch wild. Klar, dass sich hier der Wolf wohlfühlt. Wer keine Angst vor dem Raubtier hat, kann hier aber gut wandern. Und auch eine alte Kupfergrube gibt es zu entdecken.

Ein bisschen mulmig ist uns schon, als wir in den Wald hineingehen. Schließlich soll hier, bei Hasborn, ein Wolf umherstreifen. Dazu noch einer, der wegen vieler Risse mittlerweile vom Umweltministerium beobachtet wird. Begegnen werden wir ihm aber nicht, so viel sei hier schon mal verraten. Und es ist an diesem Tag auch nicht das Raubtier, das uns ins Sammetbachtal führt, sondern eine Wanderkarte und eine dort eingezeichnete Kupfergrube. Aber wir wollen nicht zu weit vorgreifen.

Das Auto parken wir in Hasborn am Sportplatz und machen uns auf den Weg. Der ist mit der Ziffer 2 gekennzeichnet. Und, das muss auch mal erwähnt werden, auch wirklich gut ausgeschildert. Was nicht selbstverständlich ist, wie die Erfahrung uns schon mehrfach gelehrt hat. Dennoch unkt Kollege Altmayer schon zu Beginn, dass wir die Kupfergrube „Neuglück“ ganz sicher nicht finden werden. Wollen wir doch mal sehen.

Der Weg ist jedenfalls schon direkt zu Beginn vielversprechend. Wir gehen entlang eines kleinen Rinnsals und erfreuen uns an der wilden Waldlandschaft am Eselsberg, obwohl hier offenbar mächtig der Sturm gewütet hat. Denn an einem Abhang sieht der Forst ziemlich gerodet aus und an anderen Stellen liegen die Bäume entwurzelt kreuz und quer in der Walachei.

Wenig später überqueren wir eine Holzbrücke. Mittlerweile haben wir den Sammetbach erreicht, der schon etwas breiter ist, als das Bächlein, an dem wir zunächst entlang gegangen sind. Man hört leise das Rauschen des Wassers und das Gezwitscher von Vögeln.

Von der Kupfergrube hingegen ist, genau wie vom Wolf, noch nichts zu sehen. Und Kollege Altmayer ist nach wie vor wenig zuversichtlich, dass wir sie finden. Ich dagegen versuche Optimismus zu zeigen. Auch ohne Kupfergrube ist es schließlich ein schöner Weg. Und der ist doch das Ziel, oder wie sagt man?

Kleine Schilder mit der 2 an den Bäumen weisen uns weiter den Weg, der sich kilometerlang durch das Tal schlängelt. Und dann gibt es tatsächlich einen Hinweis auf die Kupfergrube. Noch 200 Meter, verspricht das Holzschild. Wir gehen weiter, 100 Meter, 200 Meter, 300 Meter, doch: nichts zu sehen. Haben wir uns schon wieder verirrt? Wird ja langsam zur Gewohnheit. Doch dann an der nächsten Weggabelung sehen wir sie.

Ein mit Drahtgitter geschützter Schaukasten verrät ein paar Details zur Kupfergrube und andere wissenswerte Dinge. So etwa, dass hier offenbar jahrzehntelang Kupfer geschürft wurde. Und damit erst 1939 Schluss war.

Hinein kommen wir an diesem Tag leider nicht. Denn ein Gittertor und eine gigantische Pfütze versperren den Weg. Und man kann auch nur wenige Meter in den Stollen hinein sehen. Dabei soll es damals in drei Gängen insgesamt 45 Meter in den Berg hinein gegangen sein. Doch es ist zu dunkel, um mehr zu erkennen.

Es ist noch ein ganzes Stück zu gehen und jetzt führt der Pfad stramm bergauf. Wir ächzen beide ganz schön. Jetzt wären wir leichte Beute für ein Wolfsrudel. Doch auch der längste Anstieg hat einmal ein Ende.

 Eine wilde Waldlandschaft, rauschende Bäche und eine stillgelegte Kupfergrube (rechts) sind die Highlights dieses Spaziergangs.
Eine wilde Waldlandschaft, rauschende Bäche und eine stillgelegte Kupfergrube (rechts) sind die Highlights dieses Spaziergangs. Foto: TV/Nora John
 Eine wilde Waldlandschaft, rauschende Bäche und eine stillgelegte Kupfergrube sind die Highlights dieses Spaziergangs.
Eine wilde Waldlandschaft, rauschende Bäche und eine stillgelegte Kupfergrube sind die Highlights dieses Spaziergangs. Foto: TV/Christian Altmayer

Wir kommen auf Höhe des Mitfahrerparkplatzes wieder aus dem Wald und gehen auf Wegen abseits der Straße zurück ins Dorf bis zum Auto. Letztendlich sind wir zwei Stunden unterwegs und haben acht Kilometer zurückgelegt. Also eher ein längerer Spaziergang. Aber immerhin: Verlaufen haben wir uns diesmal nicht.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Streifzug um den Eselsberg bei Hasborn