Streit um 15 Minuten

WITTLICH/GRÄFENDHRON. (mc) Zwei Elternpaare aus Gräfendhron hatten sich über den Schulweg ihrer Kinder beschwert (der TV berichtete). Die Kreisverwaltung nimmt dazu Stellung.

Die Familien Roth und Schröder aus Gräfendhron liegen mit der Kreisverwaltung im Clinch: Roths Tochter wird ab kommenden Sommer das Gymnasium in Bernkastel-Kues besuchen. Weil es aber keine direkte Schulbusverbindung zur Schule gibt, wird die Zehnjährige entweder einen anderen Bus von Gräfendhron über Thalfang mit Umsteigen in Piesport nehmen müssen - oder ab dem benachbarten Horath mit einer Direktlinie über Morbach an die Mosel rollen. Die Beförderung zwischen Gräfendhron und Horath müssten dabei die Eltern übernommen, was bei Schröders Tochter, die schon seit drei Jahren das Gymnasium besucht, Alltag ist. Die Alternative (Frühbus von Gräfendhron nach Horath, dort 15 Minuten auf den Anschlussbus warten) ist für beide Eltern jedoch inakzeptabel. Sie fordern eine direkte Anbindung, sei es per öffentlichem Nahverkehr oder Schulbus. Die Kreisverwaltung in Wittlich sieht jedoch hierzu keine Möglichkeit. Schließlich gebe es ja die Verbindungen, und "auch andere Kinder müssen Busse wechseln, um ihren Schulstandort zu erreichen", sagt Maria Bernard, Geschäftsbereichsleiterin "Schule". Man habe zudem beim Betreiber der Linie, der Rhein-Mosel-Gesellschaft (RMV), angefragt, ob nicht der Horath-Bus schon in Gräfendhron starten könnte. Das sei dem Unternehmen aus Kostengründen jedoch nicht möglich, sagt Bernard. Zudem biete der Kreis Eltern eine Erstattung der Schulbeförderungskosten, auch beim Einsatz eines Privatfahrzeugs. Auch ein Schulbus sei nicht machbar. Der komme zwar bei Förderschulen und schwer zugänglichen Dörfern in Frage - nicht aber dort, wo es bereits ein Nahverkehrsangebot gebe. Bernard betont, dass man als Verwaltung an Richtlinien und Gesetze gebunden sei. "Wir können nur innerhalb der Rahmenbedingungen agieren." Die Eltern stellt dies nicht zufrieden: "Wir werden weiter darum kämpfen, eine direkte Anbindung zu erreichen", sagt Familienvater Andreas Roth.