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Strom für mehr als 200 Haushalte in Salmtal

Salmtal. Die Planungen sind abgeschlossen, die Arbeiten haben begonnen: Bis Ende Juni soll eine Photovoltaik-Anlage bei Salmrohr entstehen. Von der profitiert auch die Gemeinde. Petra Willems

Der Salmtaler Gemeinderat hatte Anfang Februar die Grundlage für den Bau einer Photolvoltaik-Anlage östlich des alten Bahnhofs in Salmrohr gelegt (der TV berichtete mehrfach). Am Dienstag stimmte der Verbandsgemeinderat einstimmig der Fortschreibung der Flächennutzungsplanung in dem Bereich zu.
Auf der besagten Fläche errichtet das Unternehmen Abo Wind aus Wiesbaden für rund 900 000 Euro eine Photovoltaik-Anlage, die pro Jahr voraussichtlich 750 000 Kilowattstunden Strom im Durchschnitt erzeugen wird. "Das entspricht dem Strombedarf von 220 durchschnittlichen Haushalten", erklärt Mike Luther vom Unternehmen Abo Wind.

Die Rodungsarbeiten im entsprechenden Bereich in Salmrohr haben Anfang der Woche begonnen. Das war nötig, um die Anfang März beginnende Vegetationsphase der Sträucher nicht zu gefährden. Und: "Aus Gründen des Artenschutzes müssen die notwendigen Rodungsarbeiten des Gehölzaufwuchses bis Ende Februar abgeschlossen sein. So soll verhindert werden, dass Vögel diesen Bereich für den Nestbau nutzen. Spätestens Ende Juni soll die Anlage fertig sein", sagt Mike Luther. Weitere Anlagen im Kreis Bernkastel-Wittlich seien vonseiten des Unternehmens bisher nicht geplant. Von der Anlage in Salmrohr profitiert die Gemeinde über Gewerbesteuereinnahmen und einem geringfügigen, einmaligen Entgelt für die Verlegung von Kabel in gemeindlichen Wegen.

Der Naturschutzbund Deutschland und der BUND sowie Anlieger hatten die Planung unter anderem aus Lärmschutzgründen abgelehnt, weil aus ihrer Sicht die jetzt fehlende Vegetation ein wirksamer Schallschutz war. Laut Mike Luther sind im Bauleitverfahren, das die bauplanungsrechtliche Voraussetzung für die Anlage ist und das seit mehr als einem Jahr laufe, "alle relevanten Aspekte der Planung detailliert untersucht worden, angefangen vom Artenschutz über die raumordnungsrechtliche Vereinbarkeit des Projekts bis hin zur Zuwegung". In diesem Rahmen sei unter anderem auch in einem Lärmgutachten nachgewiesen worden, dass die Anlage nicht zu einer Verschlechterung der Lärmsituation der Anwohner führe. Und, so Luther weiter: "Auch der Eingriff in den Naturhaushalt wurde erfasst und bewertet. Dieser muss ausgeglichen werden durch die Anlage von Hecken, Rückzugräume für Eidechsen und einer Obstwiese."NEUES AUSSCHUSSMITGLIED

Extra

Bertram Bollig von der FWG-Fraktion im VG-Rat Wittlich-Land hatte sein Mandat im Ausschuss für Tourismus und Umwelt niedergelegt. Der Verbandsgemeinderat wählte nun auf Vorschlag der FWG Georg Fox als neues Mitglied in den Ausschuss. Fox war bisher stellvertretendes Mitglied. An diese Position wählten die Ratsmitglieder in ihrer zurückliegenden Sitzung Hubert Hoffmann, der an die Stelle von Fox tritt.