Strom vom Dach

Der Wintricher Gemeinderat hat Nägel mit Köpfen gemacht. Auf Festhalle und Bauhof wird in wenigen Wochen eine Photovoltaikanlage installiert. Mit seinem Ja zum Revier Springiersbach-Wintrich spricht sich der Rat zudem gegen ein Großrevier Veldenz aus.

Wintrich. (urs) Die Aufträge für ein schon seit einiger Zeit gehegtes Wunschprojekt sind nun vergeben: Die Installation von Photovoltaikanlagen auf den Dächern des Bauhofs und der benachbarten Festhalle Vindriacum. Die dafür erforderlichen Investitionskosten belaufen sich auf 371 000 Euro.

Die Realisierung des Vorhabens hatte sich im Zuge einer Dachsanierung angeboten. Die Hälfte der Flächen sei nach Süden ausgerichtet, begründet Ortsbürgermeister Dirk Kessler. Die Sanierung des Dachs wird 120 000 Euro kosten. Hinzu kommen 10 000 Euro für eine Blitzschutzanlage sowie 24 000 Euro für Planungskosten oder eine Wärmedämmung der Halle. Unterm Strich schultert die Gemeinde folglich ein 525 000 Euro teures Projekt.

"Das ist eine gigantische Investition für eine kleine Gemeinde", sagt Kessler. Im Vorfeld sei daher genau abgewogen worden, ob sich diese auch rechne. Ein wichtiger Baustein der Finanzierung sei der erwartete "Jahresertrag aus der Stromernte". Letztlich müssten daher nur mehr 6000 Euro pro Jahr finanziert werden. Die Anlage werde sich binnen zwölf Jahren amortisieren. Der Gemeindechef geht davon aus, dass bei entsprechender Witterung Anfang oder Mitte Februar mit den Arbeiten begonnen werden kann.

Weniger glücklich ist der Wintricher Ortsbürgermeister mit der Forstreform. Die Reviere würden sehr groß und nur ein Förster werde für ein entsprechend größeres Areal zuständig sein. Daher hat sich Wintrich, Eigentümer von gut 500 Hektar Wald, nun für einen anderen Weg als den ursprünglich vom Fortsamt Traben-Trarbach vorgeschlagenen entschieden. Statt sich dem Revier Veldenz mit einem geplanten Zuschnitt von 2100 Hektar und sieben Waldbesitzern anzuschließen, wird es einen überregionalen Verbund geben.

Wintrich hat sich für die Alternative eines neuen Reviers "Staatsforst Springiersbach-Wintrich" ausgesprochen. Dieses sei knapp 1500 Hektar groß und es seien nur zwei Waldbesitzer beteiligt. Der Entscheidung vorausgegangen war ein Vorschlag des Forsts. In der Verbandsgemeinde Kröv-Bausendorf habe es nämlich ein ähnliches Problem gegeben. Auch dort habe es sich als schwierig erwiesen, ein Areal von 800 Hektar einzugliedern in ein dann eigentlich zu großes neues Revier.

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