Stützen für die Sicherheit

Das Wittlicher Technische Hilfswerk (THW) hat bei einer Übung sein neues Abstützsystem für Hauswände vorgestellt. Angehörige anderer Rettungsorganisationen sollen die Möglichkeiten des Systems kennenlernen, damit sie es bei Bedarf anfordern können.

Wittlich. Das Reifenwerk Goodyear-Dunlop war dieser Tage Anlaufstelle für Sicherheitskräfte jeglicher Organisationen. Denn das THW des Ortsverbandes Wittlich stellte dort sein Abstützsystem Holz (ASH) vor. 50 Personen der THW-Ortsverbände Wittlich, Bitburg, Daun, Frankfurt am Main sowie Angehörige von Feuerwehr und Polizei machten sich ein Bild von dem Baukastensystem.
Mit der Übung wollen die Wittlicher ihren Kollegen und den weiteren Rettungsorganisationen das neue System und die Möglichkeiten demonstrieren. Es hilft den Kräften des THW, einsturzgefährdete Häuser oder Wände zu sichern, sagt THW-Pressesprecher Axel Lamberti. "Insbesondere nach Bränden oder Gasexplosionen können Mauern von beschädigten Gebäuden einbrechen und gefährden damit Helfer", sagt er. Bei solchen Fällen können die Aktiven mit den vorgefertigten Holzbalken schnell ein sicherndes Gerüst montieren.
Das ASH kann bis zu einer Höhe von 15 Metern aufgebaut werden, sagt Lamberti. Zwei Stützen können ein Gewicht von bis zu zwölf Tonnen halten. Mit dem ASH kann auch ein sogenanntes Sprengwerk montiert werden. Die Aktiven des THW verwenden es, um zwei einander gegenüberliegende Wände abzustützen. In Wittlich sind zwei Anhänger mit Stützgerüsten beladen, damit die Aktiven im Bedarfsfall schnell vor Ort sein können. Außer in der Kreisstadt sind in Rheinland-Pfalz nur die THW-Ortsverbände Germersheim/Pfalz und Bingen mit dem Stützsystem ausgerüstet. Im Saarland ist kein ASH stationiert. Das Stützsystem, das in Wittlich gelagert ist, haben die Mitglieder des dortigen THW selbst gebaut, sagt Lamberti. Er schätzt, dass die Aktiven rund 200 Stunden dafür aufgewendet haben. Die Materialkosten für Holz und Verbindungselemente haben 6000 Euro betragen, sagt der Pressesprecher. Der Anhänger, auf dem das System permanent verladen ist, hat noch einmal 7000 Euro gekostet, die der Förderverein bezahlt hat.
Bisher war das System im Kreis nur einmal im Einsatz. Sind die Holzbalken bei einem Einsatz wochenlang der Witterung ausgesetzt, sind sie nicht mehr zu verwenden, sagt Lamberti. Die Reproduktionskosten trägt dann in der Regel die Gebäudeversicherung, sagt er.Extra

Das THW ist eine Rettungsorganisation des Bundes. Im Gegensatz zu anderen Rettungskräften wird das THW nicht von sich aus aktiv, sondern wird von Polizei oder Feuerwehr zur Hilfe angefordert. Dann unterstützt das THW die anderen Kräfte mit Beleuchtung, Stromversorgung oder Sicherungsarbeiten. Im Landkreis gibt es nur in Wittlich einen THW-Ortsverband. Dort sind rund 40 Personen ehrenamtlich aktiv. Die Jugendgruppe des Wittlicher THW hat 15 Mitglieder. cst