Sturmschäden verhageln die Bilanz des Försters

Sturmschäden verhageln die Bilanz des Försters

Stürme haben in den vergangenen Jahren große Flächen des Rivenicher Gemeindewaldes verwüstet. Die teure Aufforstung ist der Grund für ein Minus im Forstwirtschaftsplan. Im Sinne der Nachhaltigkeit werden weniger Bäume gefällt, und die Preise steigen.

Rivenich. Revierförster Alois Meyer musste bei seinem Vortrag zum Forstwirtschaftsplan den Ortsgemeinderat Rivenich enttäuschen. Denn der Forstwirtschaftsplan 2013 schließt mit einem Minus von rund 5000 Euro ab, statt wie prognostiziert ein leichtes Plus einzufahren.
Schuld an den schlechten Zahlen sei der erhebliche Windwurf, erklärte Meyer. Zunächst bedeutet Windwurf zwar hohe Einnahmen durch viel für den Verkauf anfallendes Holz, aber in den Folgejahren entstehen Verluste durch die großen Flächen, die wieder aufgeforstet werden müssen. Für 2014 plant der Revierförster einen geringen Überschuss von 400 Euro in den Haushalt ein. 260 Festmeter Holz sollen geschlagen werden, davon vor allem Buche mit 150 Festmetern und Eiche mit 50 Festmetern. Nur 100 Euro Erlös werden voraussichtlich aus dem Verkauf von Schmuckgrün und Weihnachtsbäumen in die Kasse fließen. "Im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre erwirtschaftet der Rivenicher Gemeindewald aber immer noch Überschüsse", betont Meyer. Außerdem fallen hohe Einnahmen aus dem Verkauf von Kies aus den Kiesvorkommen im Gemeindewald für die Gemeinde Rivenich an. 260 Festmeter Holz sollen 2014 geschlagen werden. Alois Meyer: "Die Einschlagsmenge ist vergleichsweise gering geplant, da wir versuchen wollen, die Holzverluste, die durch die Windwürfe in den vergangenen Jahren aufgetreten sind, zu kompensieren."
Ausreichend Brennholz


Die Menge des zur Verfügung stehenden Brennholzangebots sei aber ausreichend, verspricht Meyer: "In unserem Revier muss keiner ohne Brennholz für den Eigenbedarf bleiben." Die Abnehmer müssten sich allerdings auf einen recht späten Holzeinschlag im Februar einstellen.
Was die kostengünstige Vergabe von Bruchholz betrifft, stellte er klar: "Jeder kann sich melden." Damit reagierte er auf die Kritik von Hans Hesse (SPD), dass eine einseitige Vergabe stattfinde. Eine Voraussetzung sei, dass die Interessenten über einen Schlepper, Winde und einen Motorsägenschein verfügten, so Meyer. sys

Extra

Inventur im Wald: Die Gemeindevertreter haben beschlossen, die alle zehn Jahre fällige Inventur des Baumbestandes künftig bei einem privaten Sachverständigenbüro in Auftrag zu geben und nicht wie bisher von Landesbeamten ausführen zu lassen. "Reine Geschmackssache", erläuterte Revierförster Alois Meyer. Es gebe keinen qualitativen Unterschied zwischen beiden Alternativen. Der Auftrag wird öffentlich ausgeschrieben. Das Ergebnis der Inventur ist die Richtschnur, um den künftigen Hiebsatz festzulegen. Die Kosten trägt das Land. Brennholzpreise: Die Preise für Brennholz sind gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Revierförster Alois Meyer will "versuchen, Brennholztourismus zu vermeiden", indem die Preise für alle sieben Gemeinden in seinem Revier die gleichen sein werden. Der Festmeter Langholz wird auf 43 Euro festgesetzt, Nadelholz kostet 27 Euro pro Raummeter. Oben drauf kommt jeweils die Mehrwertsteuer mit sieben Prozent. Das meiste Brennholz wird als Langholz am Weg vermarktet. Dieses Sortiment wird in diesem Jahr 2,3 Prozent teurer. Revierförster Alois Meyer: "Insgesamt kann man feststellen, dass das Naturprodukt Holz wertvoller und auch knapper wird. Wir stellen über alle Holzsortimente eine steigende Nachfrage und auch leicht steigende Preise fest." sys

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