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Sturmtief Sabine: B 269 bei Hüttgeswasen erneut gesperrt

Nationalpark : Nachwehen von Sabine: B 269 erneut gesperrt

Wer erinnert sich noch? Anfang Februar wütete Sturmtief Sabine im Hunsrück. Besonders stark betroffen war ein Areal neben der B 269 zwischen Allenbach-Hüttgeswasen und der Abfahrt Hattgenstein, beides Kreis Birkenfeld.

Rund eine Woche lang war die Bundesstraße an der Stelle wegen Baumfällarbeiten gesperrt und Autofahrer, die auf der ansonsten viel befahrenen Bundesstraße unterwegs sind, mussten erhebliche Umwege in Kauf nehmen.

500 Festmeter Schadholz fiel bei dem Sturm dort an, erinnert sich Daniel Ossweiler, Büroleiter des Kompetenzzentrums Waldtechnik von Landesforsten. Die Einrichtung ist unter anderem zuständig für die Organisation und Realisierung aller waldtechnischen Arbeiten im Nationalparkgebiet nach Vorgaben des Nationalparkamtes. Mitarbeiter von Straßenmeisterei, Forstverwaltung und Nationalpark­amt waren froh, dass durch die umstürzenden Bäume, vor allem Fichten, niemand zu Schaden kam.

Doch mit den 500 Festmetern Schadholz, die auf rund einem halben Hektar angefallen waren, ist es nicht getan. Weitere Bäume sein „angeschoben“. Das heißt: Sie sind nicht mehr standfest. Ossweiler rechnet mit weiteren 120 Festmetern Schadholz. Das Areal befindet sich im Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Warum greift dort der Mensch ein? „Die Verkehrssicherheit ist gefährdet“, erklärt der Büroleiter. Einen weiteren Grund nennt Hans-Joachim Brusius, zuständig für die Waldentwicklung beim Nationalparkamt. Man befinde sich dort nahe an der Außengrenze des Nationalparks.

Die umgefallenen Fichten werden im Frühjahr sehr schnell von Borkenkäfern befallen, die sich dort in großer Zahl vermehren. Mitarbeiter von Landesforsten arbeiten derzeit intensiv daran, diese Bäume zu finden und zu entnehmen. Einzelne Bäume werden auch entrindet, um sie für Borkenkäfer unbewohnbar zu machen.

In den vergangenen Wochen konnten vorbeifahrende Autofahrer an der B 269 beobachten, wie Forstwirte die Stämme von den Wurzeln trennten. Wo Windwurf aufgearbeitet wird, sei besondere Erfahrung notwendig, heißt es aus dem Nationalparkamt Birkenfeld. Das Holz liege jetzt zur Abfuhr in eigens eingerichteten Zwischenlagerplätzen bereit, wo es bis zur Verwertung konserviert werde.

Aber warum fallen besonders Fichten den Stürmen zum Opfer? Und gibt es Waldbereiche, an denen Bäume stabiler stehen? Dieser Frage gehen Fachleute der Bodenkunde im Wald nach. Es ist bekannt, dass sich gerade in diesem Bereich des Hochwaldes sehr wasserreiche Böden befinden, die zu Staunässe neigen. Dort können Bäume nicht so tief wurzeln. Deshalb fallen in diesem Bereichen Bäume häufiger um.

In diesem Bereich seien junge Buchen gepflanzt worden, die in der nächsten Waldgeneration den reinen Nadelwald durch einen stabileren Mischwald ablösen sollen.

Und für einzelne Bäume, die auf den nassen Waldflächen liegen bleiben, werden in den kommenden Wochen bodenschonende Vierbeiner zum Einsatz kommen. An diesen Stellen, die nicht mit schweren Maschinen befahren werden können, wird ein Rückepferd die aufgearbeiteten Holzstämme in kurzen Stücken aus dem Wald ziehen.

In der kommenden Woche ab Montag, 27. April, wird wegen der Baumfällarbeiten die Bundesstraße 269 kurzzeitig gesperrt. Der Verkehr wird mit einer Ampel geregelt.