Suche nach verborgenen Schätzen

WEDERATH. (urs) Mit unterschiedlichen Messverfahren entlockt der Archäologiepark Belginum dem Wederather Gelände mehr und mehr die unter der Erde verborgenen Geheimnisse.

Seit Jahren wird rund um den Archäologiepark Belginum bei Wederath gegraben. Mal im Bereich des Gräberfeldes, mal im Tempelbezirk. Doch immer nur da, wo es nach bisherigen Erkenntnissen auch etwas zu entdecken gibt. Obwohl die Archäologie sehr viel über das Areal weiß, ist längst nicht jeder Quadratzentimeter erforscht. Doch die Zeiten, als sich Archäologen mehr oder weniger gezielt auf ein Areal stürzten, sind vorbei. Moderne Methoden der Geoelektrik und der Geomagnetik ermöglichen in Verbindung mit oberirdischen Vermessungen das Auskundschaften von allem, was sich unter der Erde verbirgt, um dann genau dort zu graben. Dies ist auch das Ziel eines Praktikums, das Studenten der Uni Trier im August nach Belginum geführt hat. Mit geoelektrischen Messungen wollen sie Hinweise finden auf verborgene Mauerreste, Abwässergräben oder Brunnen. Es sei zwar bekannt, dass es im Umfeld der aktuellen Grabungen etwas zu entdecken gibt, erklärt Dr. Ralph Hansen - doch unklar sei, was genau. Geoelektrisch aufgespürte Ergebnisse seien sonst nur über aufwendige Grabungen in Erfahrung zu bringen. Zwar reiche die Entwicklung solcher Verfahren bis in die 60er Jahre zurück, doch erst in Verbindung mit leistungsfähigen Rechnern lasse sich das gut nutzen. Ein Knackpunkt der Geoelektrik ist nur, dass sie bei zu viel Nässe an ihre Grenzen stößt. Daher konnte in der vorgesehenen Zeit nicht gemessen werden. Sobald das Gerät wieder verfügbar ist, soll es einen erneuten Anlauf geben. Weniger wetterabhängig waren zeitgleiche oberirdische Vermessungen von Studenten der mit Belginum seit Jahren kooperierenden Uni Leipzig. Der Archäologiepark verfügt neuerdings über ein entsprechendes Messgerät, ein Tachymeter. An das Hightechgerät, so Museumsleiterin Dr. Rosemarie Cordie, ist ein mit Mitteln des Fördervereins finanzierter Laptop anschließbar. Die neue mobile Technik ermöglicht das Aufmessen der Grabungsbefunde, aber auch rechnerunterstützte Feldbegehungen der Archäologen. Hauptsächlich hat die Gruppe aus Leipzig jedoch dafür gesorgt, dass Belginum eine neue Datenbank bekommt, in die sämtliche Ergebnisse auch optimal eingespeist werden können. Die neuen Techniken sind laut Cordie wertvolle Helfer, die zum Beispiel Aufschluss darüber geben können, wie früher das Wasser für eine in Belginum ausgegrabene Pumpe nachfloss. Geomagnetische Messungen in den Jahren 1995, 1998 und 2000 sind auch der Grund, dass das Militärlager und weitere Tempelbezirke ans Tageslicht befördert wurden.