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Super Freibad, aber immer noch kein Radweg

Super Freibad, aber immer noch kein Radweg

Nach dem Mammutprojekt Erlebnisbad will sich Kröv der Gestaltung des Moselufers widmen und möglichst auch ein Baugebiet erschließen.

Kröv. (urs) In Kröv hat sich in den jüngsten zwei Jahren alles um ein Projekt gedreht: die Freibadsanierung. Gut zwei Millionen Euro stecken im "Erlebnisbad Kröver Reich", wie es Ortsbürgermeister Elmar Trossen nennt. Allerdings verfügt das im Mai wiedereröffnete Bad dafür auch nicht nur über Unterwassermassagen, sondern hält auch sieben "Unterwasserliegen" vor. Das gebe es seines Wissens noch nirgendwo sonst, lobt Trossen den Einfallsreichtum des Planers. Neu sind zudem das Edelstahl-Nichtschwimmerbecken, die Umkleidekabinen und der Kiosk. Besonders gut angenommen wird das Kinder-Wasserreich mit Rutsche, Spielbach und Fontänen. Die Sanierung hat laut Trossen enorm viel Zeit gekostet: "Da hab ich meine Freizeit verbracht. Ich war fast jeden Tag auf der Baustelle."

Ein Gewinn für die Gemeinde ist aber auch die neue Steganlage, an der Motorjachten und Paddelboote anlegen. Die Besucher können zwar nicht an Ort und Stelle übernachten. Doch dafür schauen sie sich Kröv an und kehren meist auch irgendwo ein. Außerdem hat die Gemeinde für ihren Nachwuchs Gruppenraum und Essensausgabe im Kindergarten modernisiert.

Interesse ist vorhanden: Bauland auf der Agenda



Bisher nicht geklappt hat es mit der Erneuerung des Friedhof-Hauptaufganges. "Das muss richtig neu gemacht werden", spricht Trossen von nicht ungefährlichen "Sprungbrettern". Man müsse da immer zwei Schritte machen. Bedauerlicherweise habe es aber bisher an den notwendigen Haushaltsmitteln gefehlt.

Die Neugestaltung des Moselufers soll darüber aber nicht ins Hintertreffen geraten. In erster Linie ist ein Radweg entlang der Mosel geplant. Denn bisher können Radler Kröv nur über die Bundesstraße passieren. Daher radeln viele kurzerhand den Moselufer-Fußweg entlang. Ein neues Konzept käme daher der Sicherheit aller zugute. Laut Trossen soll der nah an einer Mauer entlangführende Fußweg mehr in die Mitte. Der Gemeinderat werde Ende des Jahres darüber beraten. Zwei Planer hätten sich schon spontan beworben. Dass den Plänen schon 2009 Taten folgen, hält er aber für eher unwahrscheinlich. Zuvor müssten ja noch Zuschussanträge gestellt werden. Außerdem seien die Flächen teils in Privatbesitz. Daher müssten auch Gestattungsverträge geschlossen werden.

Unabhängig davon will Kröv nach einem vor Jahren gescheiterten Versuch erneut Baugebiet erschließen. Im Moment könne die Gemeinde kein einziges Grundstück anbieten und es stünden auch kaum Häuser leer, bedauert Trossen: "Es gibt zwar Bauland, aber es wird kaum gehandelt." Die Kröver hielten ihr Land fest. Dabei fehle es nicht an Interessenten, und Bauland im Ort sei relativ teuer. Viele Großstädter fragten nach und auch Niederländer. Zwei oder drei Familien sei es mittlerweile sogar gelungen, private Grundstücke zu finden. Trossen ist jedoch zuversichtlich, dass es dieses Mal klappen wird. Denn auch einige junge Leute wollten bauen. Außerdem liegt die ins Auge gefasste 3,5-Hektar-Fläche "In Pilch" (oberhalb des Kindergartens) teils bereits brach.