Nahversorgung : Lebensmittelmarkt in Bombogen in der Planung

Eine Ausstellungshalle für Einrichtungsgegenstände im Stadtteil Bombogen könnte sich schon bald in einen Lebensmittelmarkt verwandeln. Viele Einwohner würden sich freuen, wenn sie ihre Besorgungen in Bombogen erledigen könnten.

Obwohl noch nichts in trockenen Tüchern ist und sich das Projekt derzeit noch in einem frühen Entwurfsstadium befindet, herrscht in Wittlich-Bombogen diesbezüglich vielerorts schon eine gewisse Vorfreude.

Planung Denn beim Unternehmen Schaaf Homefeeling überlegt man derzeit, eine Halle auf dem Firmengelände an einen Supermarktbetreiber zu verpachten. Diese Pläne wurden auf der jüngsten Bauausschusssitzung der Stadt Wittlich bekannt. Denn das Gremium musste für dieses Projekt eine Nutzungsänderung der Ausstellungshalle in einen Lebensmittelmarkt genehmigen. Das Ergebnis fiel einstimmig aus.

Derzeit nutzt das Unternehmen Schaaf Homefeeling die Halle noch zur Ausstellung von Wohn-Accessoires, aber das soll sich ändern. Das Gebäude ist Bestandteil eines größeren Firmenkomplexes in Bombogen. Die Inhaber beabsichtigen diese Halle zu einem Lebensmittelmarkt für die Nahversorgung des Ortsteils Bombogen sowie der umliegenden Stadtteile umzunutzen. Ein Supermarkt dort könnte eine Verkaufsfläche von rund 500 Quadratmetern zuzüglich Nebenflächen haben, ist in der Beschlussvorlage des Bauausschusses zu lesen.  Die an der westlichen Grundstücksgrenze liegenden offenen Hallen sollen abgerissen werden, um Platz für Parkplätze zu schaffen.

Doch die Inhaber möchten sich derzeit noch mit Stellungnahmen zurückhalten, da  das Projekt noch nicht in trockenen Tüchern ist und noch dafür notwendige Verträge abzuschließen sind.

Der TV hat sich allerdings bereits in Bombogen umgehört und Bürger gefragt, was sie von einem Supermarkt in dem 1430-Einwohner-Stadtteil halten. Die einzige Einkaufsmöglichkeit  im Ort bietet derzeit die Bäckerei Flesch. Für alle weiteren Besorgungen müssen die Bombogener eine Fahrt in die Kernstadt antreten, wobei es eine Strecke von vier bis fünf Kilometern zu überwinden gilt.

Für ältere Menschen mit Rollator ist eine solche Distanz wohl kaum zu überwinden, sie sind auf Nachbarschaftshilfe und den Bürgerbus Wittlich-Shuttle angewiesen. Dagegen böte ein Supermarkt im Stadtteil die Möglichkeit, sich selbstständig in Bombogen mit den zum Leben  notwendigen Dingen zu versorgen.

Umfrage Bürger Winfried Schaaf sagt: „Das ist gerade für ältere Leute eine gute Idee. Es gibt hier viele potenzielle Kunden, die in einem Supermarkt einkaufen könnten.“ Es bleibe aber abzuwarten, sagt er, ob sich ein Supermarkt in Bombogen tragen werde.

Die Bombogenerin Ira Barwick (70) meint: „Das wäre eine hervorragende Idee, weil hier in Bombogen viele ältere Menschen nicht mehr mobil sind. Für den Stadtteil wäre das eine echte Bereicherung.“ Denn Bombogen habe ja  nicht mal mehr eine Kneipe, sagt Barwick. Die meisten Bürger würden im Bungert oder im Vitelliuspark ihre Einkäufe erledigen. „Aber wenn hier in Bombogen ein Supermarkt wäre, könnte man die Einkäufe ja auch mal mit dem Fahrrad erledigen.“

Ortsvorsteher Mario Wellenberg steht in der Einfahrt des geplanten Supermarktes in Bombogen. Er begrüßt das Projekt – wie viele andere Einwohner. Foto: TV/Christian Moeris

Ortsvorsteher Mario Wellenberg, der neue Ortschef des Stadtteils, begrüßt das Vorhaben ebenfalls: „Für Bombogen ist das ein Gewinn und das Vorhaben nur positiv zu bewerten. Gerade für die ältere Bevölkerung und Menschen, die nicht mobil sind, wäre ein Supermarkt ideal.“ Darüber hinaus hofft Wellenberg, dass sich mit dem Supermarkt eine Art Treffpunkt im Ortskern entwickeln könne. „Vielleicht wäre ja auch die Integration eines kleinen Cafés möglich, wie man es von anderen Supermärkten her kennt.“ Seit der Schließung des Gasthauses Ambrosius mit Metzgerei und Kolonialwarenladen gebe es in Bombogen „nichts mehr“. Zur Wirtschaftlichkeit eines Lebensmittelmarktes in Bombogen merkt der Ortsvorsteher an: „Auch der Durchgangsverkehr zwischen Wittlich und Ürzig, der durch den Ort fließt, bringt potenzielle Kunden mit sich.“ Wellenberg sagt, die Chancen stünden gut, dass der Supermarkt bereits 2020 eröffnen und das Projekt relativ zügig umgesetzt werden könnte. „Das Gebäude steht ja schon.“ Allerdings wäre der Abriss anderer Gebäude auf dem Grundstück notwendig, um ausreichend Parkraum zu schaffen, „aber 2020 ist realistisch“. Die Inhaber sind nach eigenen Angaben dabei, alle für das Projekt notwendigen Verträge unter Dach und Fach zu bringen

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