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SWT schließt Erdgas-Tankstelle in Wittlich​

Tanken : SWT schließt Erdgas-Zapfsäule an Wittlicher Aral-Tankstelle

Die Stadtwerke Trier stellen den Betrieb ihrer Erdgas-Zapfsäule in Wittlich zum Jahrsende ein. Wie viele Fahrzeuge im Landkreis das betrifft und wo es Alternativen gibt.

Wer ab Neujahr im Januar 2023 in Wittlich sein Fahrzeug mit Erdgas betanken möchte, der hat ein Problem. Die Stadtwerke Trier (SWT) stellen den Betrieb der Erdgas-Zapfsäule an der Aral-Tankstelle in der Kurfürstenstraße in Wittlich zum Ende des Jahres ein.

Erdgas wurde lange Zeit für Vielfahrer und Pendler als umweltschonende und preisgünstige Alternative zu Benzin und Dieselkraftstoff gepriesen. Doch wie die Entscheidung der Stadtwerke Trier zeigt, lassen sich mit Erdgas als Treibstoff keine guten Geschäfte mehr machen.

Grund für die Schließung der 2004 eröffneten Zapfsäule seien rückläufige Absatzzahlen, erklärt SWT-Prokurist und Vertriebsleiter Maik Girmendonk. „Die Entscheidung zur Abschaltung der Tankstelle ist uns nicht leicht gefallen. Erdgas war als Energieträger für die Mobilität lange eine effiziente und günstige Alternative. Der sinkende Absatz und die aktuellen Entwicklungen auf dem Gasmarkt zeigen jedoch, dass die Zukunft hier in der Elektromobilität liegt.“

Bislang betreiben die Stadtwerke zwei Erdgas-Zapfsäulen in der Region: eine an der der Total-Tankstelle in der Zurmaiener Straße in Trier. Eine zweite an der Aral-Tankstelle in Wittlich, die nun bald abgeschafft wird.

Wie sich der Stellungnahme der SWT entnehmen lässt, sieht der Energieversorger SWT Erdgas als Treibstoff als nicht zukunftsfähig uns will künftig stärker auf Stromer setzen:

„Die Stadtwerke Trier werden die öffentliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in der Region Trier weiter ausbauen. Diesbezüglich befinden sich die SWT bereits in Gesprächen mit der Stadt Wittlich.“ Doch Erdgas-Kunden in der Region Trier bleibt nur noch eine Alternative, die SWT-Zapfsäule in Trier an der Total-Tankstelle in der Zurmaiener Straße. Autofahrer, die Flüssiggas tanken, haben im Kreis jedoch noch einige Tankstellen zur Auswahl: beispielsweise in Maring-Noviand, Bengel, Morbach oder Traben-Trarbach.

Doch wie viele Fahrzeuge und Kunden im Landkreis sind von der Entscheidung des Energieversorgers und der Schließung der Zapfsäule in Wittlich betroffen? Wir haben die Zulassungsstelle des Landkreises um Auskunft zur Zahl der Fahrzeuge, die mit Erdgas betrieben werden, gebeten.

Zulassungsstelle Nach Angaben der Zulassungsstelle sind derzeit bloß 47 Fahrzeuge angemeldet, die ausschließlich mit Erdgas betrieben werden. Dazu sind 16 Hybrid-Fahrzeuge angemeldet, die sowohl Benzin als auch Erdgas verbrennen.

In der Summe sind das 63 Fahrzeuge, die mit dem Treibstoff Erdgas fahren können. Daneben zählt der Landkreis auch noch zwei Fahrzeuge die ausschließlich mit Flüssiggas betrieben werden sowie 346 Hybridfahrzeuge für Benzin und Flüssiggas.

Bei insgesamt 121.475 angemeldeten Fahrzeugen werden in Bernkastel-Wittlich nur 0,05 Prozent der Fahrzeuge mit Erdgas angetrieben. Die Anmeldezahlen stagnieren seit Jahren auf niedrigem Niveau.

Warum konnte sich Erdgas als alternativer Treibstoff nicht durchsetzen? Das haben wir Rainer Ferres, Obermeister der KFZ-Innung Bernkastel-Wittlich gefragt.

Obermeister Wie Ferres erklärt, habe Gas als Treibstoff in Form von Erdgas oder Flüssiggas in der Vergangenheit zwar mehrmals einen Boom gesehen, sich langfristig jedoch nie durchsetzen können. „Erdgas als Treibstoff war was für Enthusiasten, die darauf geschworen haben, weil es günstiger ist als Benzin und Diesel.“ Doch Erdgas-Fahrzeuge seien in der Anschaffung teurer, sagt der Obermeister. Zudem sei das Tankstellen-Netz für Erdgas nicht so ausgebaut wie für andere Stoffe. Ein weiterer Nachteil: „Die Tanks stehen unter ziemlich hohem Druck und sind gefährlich. Es sind da schon Autos in die Luft geflogen.“

Unter den namhaften Herstellern in Deutschland bietet nur noch der VW-Konzern ab Werk mit Erdgas betriebene Fahrzeuge an. Bei alternativen Antrieben setzen die Autohersteller zunehmend auf Hybrid- und Elektromodelle.