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Synode will evangelische Kirchen erhalten

Synode will evangelische Kirchen erhalten

Schon seit langem bestimmen Struktur- und Finanzfragen die Diskussionen auf Kreissynoden der evangelischen Kirche. Auch bei der konstituierenden Sitzung der Synode des Kirchenkreises Simmern-Trarbach in Traben-Trarbach hatten die Vertreter der 48 Kirchengemeinden vom Hunsrück und der Mittelmosel wichtige Entscheidungen zu treffen. Da ging es um die Zukunft der Kirchengebäude, um Kindertagesstätten und den Religionsunterricht.

Traben-Trarbach. (dju) Die finanziellen Belastungen für den Erhalt der Kirchen im Hunsrück und an der Mittelmosel sollen zukünftig von den Kirchengemeinden gemeinsam getragen werden. Dies hat die Kreissynode Simmern-Trarbach mit großer Mehrheit beschlossen. Damit sollen auch die kleineren Gemeinden in die Lage versetzt werden, die oft historischen Gebäude erhalten zu können.Die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland hat den Gemeinden die Pflicht auferlegt, ab 2009 für alle Gebäude eine Substanzerhaltungspauschale im Haushalt einzustellen. Doch rückläufige Finanzen machen es vielen Gemeinden schwer, diese Aufgabe wahrzunehmen. "Die Kirchen prägen unsere Dörfer, sie sind oft Glaubenszeugnisse früherer Generationen und sind identitätsstiftend für viele Gemeindemitglieder", betonte Pfarrer Christian Hartung (Kirchberg), der Vorsitzende des Finanz- und Planungsausschusses. Dieser Ausschuss hatte darum gemeinsam mit dem Kreissynodalvorstand (KSV) den Antrag eingebracht, mit dem den Gemeinden geholfen werden soll, eine Aufgabe zu schultern, zu der sie gesetzlich verpflichtet, aber finanziell oft überfordert sind.Doch nicht alle konnten diesem Antrag folgen. Von einigen Synodalen wurde kritisiert, dass dadurch in Steine, nicht aber in Menschen investiert werde. "Das ist keine gute Perspektive für die Gemeinden", meinte Pfarrer Oliver Menzel (Büchenbeuren). Und Martin Szcech, Presbyter aus Kastellaun, forderte die Gemeinden zu stärkerer missionarischer Arbeit auf: "Wenn wir mehr Menschen finden, die glauben, dann sind auch mehr bereit, für ihre Kirchen zu sorgen."Doch die Mehrheit der rund 100 Synodalen folgte dem Antrag des KSV und des Finanzausschusses. "Mit dieser Entscheidung ist der Unterhalt der Kirchen gesichert und auf absehbare Zeit keine Gemeinde gezwungen, eine Kirche zu verkaufen", so Pfarrer Hartung. Doch Pfarrer Wolfgang Jöst, der seinen umstrittenen Antrag zu einer Neuregelung bei der Kirchensteuerverteilung auf der Synode zurückzog, warnte davor, die Kleinstrukturen im Kirchenkreis zu erhalten. "Können alle Gemeinden leistungsfähig bleiben, oder ist es nicht besser, leistungsfähige Einheiten zu schaffen?", fragte er und betonte, dass bei vielen Kirchengemeinden eine Selbstständigkeit nur noch vorgespiegelt werde.Mit großer Mehrheit sprach sich die Synode dafür aus, bis zu 50 000 Euro für die Sicherstellung des evangelischen Religionsunterrichtes im Kirchenkreis bereitzustellen. Derzeit erteilen viele Pfarrer nebenamtlich Religionsunterricht. Wegen neuer Anstellungs- und Versicherungsbedingungen ist dies ab dem neuen Schuljahr aber nicht mehr möglich. Mit dem Geld sollen vorläufig Pfarrer mit zusätzlichem Religionsunterricht beauftragt werden, damit keine Lücken entstehen. Einstimmig billigte die Kreissynode die Gründung eines Verbandes Evangelischer Kindertageseinrichtungen für die sechs Kindergärten im Kirchenkreis. Dadurch sollen die betroffenen Presbyterien entlastet, gleichzeitig aber auch Verwaltungsabläufe vereinheitlicht werden. Und die evangelischen Kindergärten wollen künftig gemeinsam in der Öffentlichkeit auftreten. Neben diesen Strukturfragen standen aber auch Wahlen auf der Tagesordnung. So wurden Pfarrer Florian Schmitz-Kahnen (Horn), Heide Pönnighaus (Traben-Trarbach) und Karina Krämer (Simmern) zu Abgeordneten für die Landessynode gewählt. Neue Diakoniepfarrerin wurde Frauke Flöth-Paulus (Bell), neuer Jugendpfarrer Oliver Menzel (Büchenbeuren).