Szenen aus Jesu Leben wieder am Kreuzweg

Szenen aus Jesu Leben wieder am Kreuzweg

Große Freude beim Graacher Bürgermeister Gerhard Zimmer: Spätestens im Juni dieses Jahres soll der Kreuzweg nach fast 30 Jahren wieder komplett und restauriert sein. Möglich ist dies, weil gut 21 000 Euro an Spenden zusammengekommen sind.

Graach. 14 Stationen hat der Kreuzweg von der Pfarrkirche bis zum sogenannten Schunken-Heiligenhäuschen in Graach - drei der einst 14 neugotischen Eisenplatten mussten 1986/87 mit einem Zementguss ersetzt werden. Sie kamen damals auf unerklärliche Weise abhanden. Bald werden die denkmalgeschützten Stationen teilweise aus dem Jahr 1877 wieder komplett sein. "Dank der Spender können wir den Weg jetzt restaurieren lassen", so Ortschef Gerhard Zimmer.
Dorf- Geschichte(n)


Und das gestaltet sich gar abenteuerlich: Denn der in Frankfurt lebende Dr. Eckart Prüm, geborener Wehlener und der Graacher Heimat auch in der Ferne verbunden, hat die Initiative für diese Aktion angeregt und auch 14 000 Euro zusammengetragen. Weitere 7000 Euro haben Private gespendet. "Der Kreuzweg ist in einem so schlechten Zustand, dass ich dort aus alter Anhänglichkeit gerne behilflich sein wollte."
So gelang es dem energischen Moselaner, die Nadel im Heuhaufen zu finden: "Nach zahlreichen Telefonaten und aufwendiger Recherche fand ich einen identischen Kreuzweg mit gleichen Reliefs." Dieser liegt 214 Kilometer entfernt in Agathaberg/Wipperführth. "Als wir dies erfuhren, habe ich die Kirchengemeinde angeschrieben und darum gebeten, ob wir die fehlenden Eisenreliefs 10,11 und 14 des dortigen Kreuzweges ausleihen können, um davon Kopien in Eisen erstellen zu lassen." Es wurde sofort grünes Licht gegeben.
Restaurator Steinmetz Ulrich Becker aus Bernkastel-Kues machte sich auf den zweieinhalbstündigen Weg und baute die drei Platten ab.
Die dargestellten Szenen: Jesus wird seiner Kleider beraubt, Jesus wird an das Kreuz genagelt, und Jesus wird ins Grab gelegt zeigen die Bilder.
Arbeit auch in Bayern


In seiner Werkstatt in Mülheim goss er Polyester-Abgüsse, von denen wiederum Gipsabdrücke gemacht wurden. Diese wird er zu einer Gießerei wohl nach Bayern bringen. "Es gibt nicht so viele Firmen, die das anbieten", sagt der Fachmann.
Man sei noch in der Entscheidungsfindung. Sind die fehlenden drei in Eisen verewigt, werden die Nimben (Heiligenscheine) mit Blattgold hervorgehoben. Allein das Fertigen eines gut zehn Kilo schweren Motivs beläuft sich auf etwa 2500 Euro. Mit neuen Platten allein ist es nicht getan: "Die anderen Reliefs und die Sandsteingebinde, in denen sich die Szenen befinden, müssen ebenfalls restauriert werden." Wenn auch noch ein wenig Zeit hierfür ins Land geht, so plant Zimmer bereits eine feierliche Einweihung des Kreuzweges. Für die Wingerte, an denen auch welche stehen, würde er sich wünschen, dass die Winzer dort einen Rosenstock pflanzen.

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