Tagelang Genuss pur

KRÖV. (urs) Wenn die Kröver vier Tage lang ihre St.-Remigius-Weinkirmes feiern, mundet nicht nur der Wein, sondern auch der "Gräwes".

Mit einer rundum musikalischen Weinkirmes hat der Musikverein Kröv, im Wechsel mit vielen befreundeten Vereinen, vier Tage lang für beste Stimmung in der Weinbrunnenhalle gesorgt. Bei der Eröffnung ist dies der Winzerkapelle des Vereins sogar binnen kürzester Zeit gelungen. Als die Kröver Weinhoheiten zur Begrüßung ihrer Gästeschar gen Bühne schreiten, ist die voll besetzte Halle bereits am Brodeln. Entsprechend beeindruckend ist der Empfang, der Weinkönigin "Mosella" Yvonne und ihrer Weinprinzessin Denise bereitet wird. Unter dem jubelnden Applaus des Kirmesvolks schreiten die Damen hoheitsvoll der Bühne entgegen, von der aus sie das Fest offiziell eröffnen. Und schon ist der riesige Saal in Bewegung. Angespornt von der Winzerkapelle stimmen rund 700 Besucher mit ein in fröhliche Stimmungslieder, zu denen es sich richtig schön schunkeln lässt. Für die Gäste im Saal kommt der schwungvolle Einstieg in die viertägige Weinkirmes nicht überraschend. Denn die wenigsten feiern zum ersten Mal mit. "Ich komme schon seit 38 Jahren nach Kröv", erzählt Gerhard Opitz aus Kamp-Lintfort. Warum er dem Ort schon so lange die Treue hält, weiß er eigentlich gar nicht genau zu sagen. Beim ersten Besuch habe es ihm einfach so gut gefallen, dass es ihn immer wieder hierher zog. Und zwar all die Jahre zur gleichen Wirtin. Nico Kroll ging es ähnlich. Ihn zieht es seit 1971 viermal pro Jahr nach Kröv. Die Kröver wundert das natürlich nicht. Denn bei ihrer Weinkirmes mit Oktobermarkt und "Kröver Gräwesessen" (Kasseler) wird einiges geboten. Das sei das wichtigste Fest im Ort, ist Ruth Hajduk überzeugt, die eigens aus Hannover angereist ist. Sie selbst verbindet mit ihrem Besuch allerdings "das Nützliche mit dem Angenehmen". Denn in Kröv besucht sie "die Schwiegermutter meines Sohnes" - mitsamt den gemeinsamen Enkeln. Abgesehen von den Familientreffen an der St.-Remigius-Weinkirmes schätzen viele aber schlichtweg das Fest an sich. Es sei die ganze Stimmung in der Halle und drumherum, die ihn herführe, sagt Werner Weber, ein Kinheimer, der vor 15 Jahren nach Kröv zog.

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